Gänsemarsch auf der Wilhelmshöher Allee

Tierisch süßer Polizeieinsatz: Kasseler Ehepaar eskortierte Gänsefamilie sicher bis zum Park

Das Kasseler Ehepaar Christiane und Ingo Pohl mit der Nilgansfamilie im Heimbach-Grünzug in Wehlheiden.
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Zwischenetappe – rettende Grünanlage erreicht: Christiane und Ingo Pohl mit der Nilgansfamilie im Heimbach-Grünzug in Kassel-Wehlheiden. Weiter ging die Wanderung in Richtung Park Schönfeld.

Ein Ehepaar begleitete eine Nilgansfamilie mit fünf Küken auf ihrem Weg durch Kassel. Es warnte Autofahrer, damit dem kleinen Federvieh nichts passiert. Auch die Polizei half mit. 

Kassel - Ein Kasseler Ehepaar begleitete eine Nilgansfamilie, die mit fünf Küken mitten durch die Stadt und über stark befahrene Straßen auf dem Weg zum Park war. Es warnte Autofahrer, damit dem kleinen Federvieh auf dem gefährlichen Fußweg nichts passierte. Auch die Polizei half und sperrte eine große Straße ab, damit die Gänse sie unbeschadet queren konnten.

Tempo, das die kleine Gänsefamilie am späten Sonntagvormittag an den Tag legte, war nicht von schlechten Eltern. Zielstrebig trippelte das Nilganspaar mit seinen fünf Küken die Wilhelmshöher Allee hinunter. Sie waren dabei von nichts und niemandem abzuhalten.

An der Oetkerstraße (Höhe Haltestelle Berlepschstraße) bogen sie scharf rechts ab. Wohin wollten sie wohl? Welches Ziel hatten sie ihrem inneren Kompass eingegeben?

Im Gänsemarsch durch Kassel: Von der Wilhelmshöher Allee ging es in die Oetkerstraße.

Christiane und Ingo Pohl blieb nichts anderes übrig, als die Tiere weiter zu eskortieren und immer wieder mit großen Gesten Autofahrer zu warnen, damit diese abbremsen und der Gänsefamilie Vorrang lassen. Keiner der kleinen Truppe mit den possierlichen Küken sollte verletzt werden.

Eigentlich waren die Pohls aus Wehlheiden – Christiane Pohl ist Krankenschwester, Ingo Pohl arbeitet bei der Bahn – wie sie oft am Sonntag auf einem Spaziergang unterwegs. In Höhe Virchowstraße begegneten sie mitten auf der Wilhelmshöhe Allee den Gänseeltern und ihren Kindern. „Wir haben uns gleich gedacht, dass wir sie begleiten müssen, damit ihnen im Straßenverkehr nichts passiert“, sagte Ingo Pohl gestern rückblickend. „Das hätte uns wirklich leidgetan.“

Wohin die Reise ging, konnten sie nicht ahnen. Die Gänse wussten es. Als die Tiere schließlich die Wilhelmshöher Allee verließen, um sich über die Oetkerstraße in Richtung Wehlheider Friedhof zu begeben, dämmerte es den Pohls: Die Gänse wollen ans Wasser im Park Schönfeld. Das Problem: Auf dem Weg dorthin müssen sie die stark befahrene Kohlenstraße queren. Wie gut, dass die informierte Polizei schnell vor Ort war und kurzerhand die Autos auf der Kohlenstraße anhielt, damit die Gänsefamilie unbeschadet ihren Weg fortsetzen konnte.

In der Sternbergstraße seien ihnen die Tiere kurz aus dem Blickfeld geraten, sagt Ingo Pohl. „Danach mussten wir sie aus manch einem Vorgarten scheuchen.“ Endlich war die Reise und Eskorte am Sportplatz am Rande des Park Schönfeld zu Ende. Jetzt bestand keine größere Gefahr mehr. Das rettende Teichufer war nicht weit. „Wir verabschiedeten uns dort von der kleinen Familie und ließen sie in Ruhe“, sagt Ingo Pohl. „Ich glaube, die waren ganz schön erschöpft und sollten sich von der Aufregung erst mal erholen.“

Eine Nilgansfamilie durch die Stadt zu begleiten, fanden die Pohls richtig nett. „In diesen Zeiten hat man doch ohnehin kaum Abwechslung“, sagt Ingo Pohl amüsiert. Eigene Tiere haben die Pohls übrigens nicht: „Dazu verreisen wir zu gern.“ (Christina Hein)

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