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Bald keine Pommes mehr? Imbisse in Kassel spüren Knappheit von Speiseöl deutlich

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Von: Samira Müller

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Anja Arend vom Husaren-Grill hält eine Pommes mit Mayo.
Der Ölmangel durch den Ukraine-Krieg hat große Auswirkungen auf die Imbisse in Kassel. Noch kann Anja Arend beim Husaren-Grill Pommes verkaufen. © Samira Müller

Öl ist derzeit Mangelware. Das sorgt bei Imbissen in Kassel für Probleme. Das Speiseöl ist sehr teuer und zum Teil schwierig zu bekommen.

Kassel – In den Supermärkten sind die Regale mit Speiseöl leer gefegt. Oliven-, Raps- und Sonnenblumenöl sind kaum noch erhältlich. Durch den Ukraine-Krieg ist das Nahrungsmittel, das häufig zum Frittieren verwendet wird, zur Mangelware geworden. Doch was bedeutet das für die Imbisse, die tagtäglich auf das Öl angewiesen sind?

Ein Brauhaus in Köln hat Pommes bereits von der Speisekarte genommen. Auch das Aachener Brauhaus teilt mit, dass den Kunden statt Pommes frites möglicherweise Bratkartoffeln angeboten werden muss. In Kassel ist der Snack noch weiterhin erhältlich. Trotzdem spüren die Inhaber den Mangel an Öl deutlich.

Kassel: Imbisse spüren den Mangel an Speiseöl

„Ich laufe jedem Liter Öl hinterher“, sagt Inhaber Arno Apel vom Husaren-Grill in der Wolfhager Straße. Aufgrund des Mangels hätten ihm sogar schon Kunden Öl vorbeigebracht. „Das fand ich total herrlich.“ Seit dem Krieg sei das Öl zudem extrem teuer geworden. „Momentan können wir das noch auffangen, die Frage ist nur, wie lange noch“, sagt er.

Denn schließlich braucht Apel etwa 24 Liter Öl am Tag. Allein im vergangenen Monat habe er etwa 600 Euro Mehrausgaben für Öl gehabt. Da der Husaren-Grill ein reiner Imbiss ist, sagt Apel: „Ohne Pommes geht es nicht.“ Statt der frittierten Kartoffeln Reis oder Kartoffelbrei anzubieten, komme zunächst nicht in Frage. Das würde zu einer Wurst nicht so gut schmecken wie die klassischen Pommes. „Momentan kriegen wir das noch gut hin und können sie weiter anbieten.“ Allerdings sei es nur eine Frage der Zeit, bis nichts mehr da sei. „Dann haben wir alle ein Problem“, sagt Apel.

Imbisse in Kassel: Trotz Mangel an Speiseöl können sie derzeit noch Pommes anbieten

Die Auswirkungen auf den Betrieb kennt auch Lars Waldeck, Inhaber von Berts’ Friterie. „Das Öl ist doppelt so teuer wie zuvor.“ Zudem sei es schwierig an das Öl heran zukommen, da viele Märkte die Ware rationieren. Deshalb müsse er bei mehreren Händlern einkaufen.

„Pommes sind unser Hauptprodukt“, sagt Waldeck. Deswegen können sie darauf nicht verzichten. Ihnen bleibe nichts anderes übrig, als die Preise anzuheben.

Waldeck hofft nun, dass das Problem bald wieder erledigt ist. Von einer Firma habe er gehört, dass es nach April wieder besser werden könnte. Solange versucht er nun, die Zeit zu überbrücken. Trotzdem wisse er nicht, was danach noch kommt.

Gibt es bald keine Pommes mehr? Imbisse in Kassel haben Probleme wegen Speiseöl-Mangel

Wie lange das Problem noch anhält, weiß auch Cenk Yalcin, Inhaber von Cult Cassel, nicht. Derzeit müsse auch er mehrmals losfahren, um genügend Öl zu bekommen. Trotzdem kann auch er weiterhin Pommes anbieten. „Das Öl ist da“, sagt er, es sei nur schwieriger, daran zu kommen.

Mit seinem Wochenbedarf komme er noch gut hin. Doch der Engpass sei spürbar. „Ein Preisunterschied ist da“, sagt er. Aktuell sei die Lage noch nicht ganz dramatisch. Doch Yalcin glaubt, dass sich das bald bemerkbar machen könnte. „Mal schauen, wo die Reise hingeht.“ (Samira Müller)

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