Die Polizei sicherte die Demo

Kritiker der Corona-Maßnahmen gehen in Kassel auf die Straße: Querdenker-Marsch bleibt friedlich

Protest gegen Corona-Beschränkungen: Vom Königsplatz kommend marschierten am Samstag rund 200 Demonstranten durch die Innenstadt „für Grundrechte und Demokratie“, wie es in der Ankündigung hieß.
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Protest gegen Corona-Beschränkungen: Vom Königsplatz kommend marschierten am Samstag rund 200 Demonstranten durch die Innenstadt „für Grundrechte und Demokratie“, wie es in der Ankündigung hieß.

Ein Aufzug von 200 Kritikern der Corona-Maßnahmen traf während einer Demonstration in Kassel auf zwei Dutzend Gegendemonstranten.

Kassel - Bei einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen sind am Samstag (14.11.2020) nach Polizeiangaben rund 200 „Querdenker“ durch Kassels Innenstadt gezogen.  Eine Gruppe der Teilnehmer trug weiße Schutzanzüge, manche waren mit Gasmaske oder in Sträflingskluft gekommen, viele andere zeigten Schilder mit plakativ übersteigerten Parodien der aktuellen Bestimmungen: „Sagrotan für alle“, „Unterwerft euch“ oder „Kein Sex vor der Impfung“ war da etwa zu lesen.

Am Rande der Demo, die als „Schweigemarsch für Grundrechte und Demokratie“ angekündigt war, kam es mehrfach zu Auseinandersetzungen mit rund zwei Dutzend Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum. Die stellten sich dem Aufzug immer wieder mit Antifa-Transparenten in den Weg und etikettierten dessen Teilnehmer mit lautstark skandierten Parolen als „Nazis“ und „Faschisten“. Auf der Königsstraße wurden die Demo-Blockierer von den begleitenden Polizeikräften mit teils robustem Körpereinsatz abgedrängt.

Demo gegen Corona-Maßnahmen in Kassel verläuft ohne größere Zwischenfälle

Bis dahin waren die „Querdenker“ vom Königsplatz kommend schweigend marschiert, nur begleitet von düsterer Klang-Untermalung und Trommelschlägen. Die Konfrontationen heizten dann aber einen Lautstärkewettstreit an: „Frieden – Freiheit –Demokratie“ skandierten die Zugteilnehmer und stimmten das Friedenslied „Hevenu Shalom Alechem“ an. Auf beiden Seiten wurden ungezählte Handys hochgereckt, um möglichst effektvolle Social-Media-Bilder für die eigene Sache zu sammeln. Reichskriegsflaggen, Aluhüte und ähnlich problematische oder kontroverse Symbole gab es jedoch nicht zu beobachten.

Anders als bei einer zeitgleichen „Querdenken“-Demo in Frankfurt, wo es zu Zusammenstößen, Wasserwerfer-Einsätzen und massenhaften Verstößen gegen Hygieneauflagen kam, sei die Demonstration in Kassel friedlich und geordnet verlaufen, hieß es anschließend von der Polizei.

Gegen Corona-Maßnahmen in Kassel: Demo-Mitorganisator zieht positive Bilanz - „Wir waren friedlich“

Die Teilnehmer des „Querdenker“-Zuges hätten sich an die vorgegebenen Abstandsregeln beim Marschieren gehalten und hätten dabei auch weitestgehend Mund-Nasen-Bedeckung getragen, „obwohl das von der örtlichen Versammlungsbehörde nicht eingefordert worden war“, so ein Polizeisprecher. Der Kasseler AfD-Stadtrat Thomas Schenk gehörte zu den Wenigen im Zug, die darauf verzichteten.

Nach einer guten Stunde war die Aktion vorbei. Der Demo-Mitorganisator Ilhan Yilmaz zog eine positive Bilanz: „Wir waren friedlich, wir wollten keinen Stress machen. Das ist uns gelungen.“ (Axel Schwarz)

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