Kantine hat durch Baustelle starke Einbußen

Pächter will aufhören: Rathauskantine droht die Schließung - Ende September könnte Schluss sein

+
Anfang des Jahres herrschte noch gute Stimmung in der Rathauskantine: (von links) Adrian Tyroll (Inhaber), Thomas Domke (Koch), Michael Lutterropp (Koch), Ludmilla Hartmann (Service), Karsten Mueller (Koch) und Wioletta Smicszek (Service) beim HNA-Kantinentest im Februar. Nun hat der Pächter seinen Vertrag gekündigt.

Schlechte Nachricht für Mitarbeiter der Stadt und für viele andere Gäste: Der Kasseler Rathauskantine droht die Schließung – zum 30. September will Adrian Tyroll, der jetzige Betreiber, aufhören.

Grund dafür sind die Umsatzeinbußen, die der Betrieb durch die seit zwei Jahren laufende Sanierung des Karlsstraßenflügels erleide, sagt der Pächter. Allerdings gibt es Ungereimtheiten, denn bei der Stadt zeigt man sich überrascht: Bislang wurde kein Vertrag gekündigt, heißt es.

Der Betreiber ist anderer Ansicht: Den Mietvertrag habe er gekündigt, sagt Tyroll. Seine Mitarbeiter hätten bereits alle neue Arbeitsstellen. Tyroll selbst wechselt zum Oktober in die Kantine der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV). 

Einnahmeverlust durch Baustelle ist zu hoch 

Er sei bereits in den vergangenen Jahren mit der Stadt in Gesprächen wegen der Umsatzeinbußen durch die Baustelle gewesen, sagt Tyroll. Zuletzt habe er über seinen Anwalt ein Schreiben an die Stadt verfasst, mit der Frage, ob nicht eine finanzielle Unterstützung, während der Bauarbeiten, möglich sei.

In dieser Woche habe ihm die Stadt mitgeteilt, dass dies nicht der Fall sei. Da die Sanierung des Rathausflügels noch etwa drei Jahre andauern wird, sieht der Pächter keine Perspektive mehr für sich – und bedankt sich bei allen Gästen, die in den vergangenen Jahren in die Kantine gekommen seien.

Tyroll betreibt die Rathauskantine seit dem Jahr 2012 als Meister- und Ausbildungsbetrieb. Die Kantine verfügt über 180 Sitzplätze und befindet sich im 3. Stock des Rathauses.

Viele Rathausmitarbeiter wegen der Baustelle an anderen Einsatzorten - Essensausgabe um die Hälfte gesunken

Wegen der Baustelle seien rund 500 Beschäftigte der Stadtverwaltung an andere Standorte umgezogen, diese würden nun nicht mehr in der Kantine essen. Dies mache sich bei der Zahl der täglichen Essensausgaben massiv bemerkbar, sagt Adrian Tyroll. Seien es früher im Schnitt zwischen 300 und 350 Essen gewesen, die man pro Tag ausgegeben habe, gingen jetzt gerade noch 180 weg. Das Frühstück sei fast völlig weggebrochen.

Zu der Sanierung des Karlsstraßenflügels seien noch Einschränkungen durch die Arbeiten an der Königsstraße gekommen, sagt er.

In die öffentliche Rathauskantine kommen auch viele Kunden, die nicht bei der Stadtverwaltung beschäftigt sind. Der Betrieb beziffert deren Anteil auf fast 50 Prozent. Dennoch reichten die öffentlichen Besucher nicht aus, der Rückgang der Stadtbeschäftigten sei zu groß.

Stadt ist auf der Suche nach einem neuen Pächter

Ob ein neuer Pächter für die Kantine gefunden werden kann, ist noch unklar. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte die Stadt zu der möglichen Kantinenschließung, man würde alles dafür tun, damit der Kantinenbetrieb im Rathaus zukünftig sichergestellt sei. Auch stimme es nicht, dass der Betreiber keinen finanziellen Ausgleich für die Zeit der Bauarbeiten bekommen habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.