Helmholtz-Zentrum spricht für Region von „extremer Dürre“

Große Dürre, große Schäden: Es hat im Raum Kassel viel zu wenig geregnet

Kassel: Fehlender Regen sorgt für große Schäden
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Dr. Andreas Marx, Helmholtz-Zentrum

In der Region Kassel fehlt der Regen, was zu Schäden führt. Das Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) stellt aktuell eine „extreme Dürre“ fest.

Kassel – Der Regen der vergangenen Tagen könnte leicht über die dramatische Lage hinwegtäuschen: Der Boden ist viel zu trocken. Für den Raum Kassel stellt das Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) aktuell eine „extreme Dürre“ in einer Bodentiefe bis 1,80 Meter fest. Besonders der Wald, aber auch die Landwirtschaft leiden unter der Trockenheit. In Hessen ist die Nordhälfte deutlich stärker betroffen als der Süden.

„Eine dritte Vegetationsperiode mit trockenen Böden ist für die Bäume eine Katastrophe“, sagt Dr. Andreas Marx vom UFZ. Anders als etwa bei Getreide seien diese auf eine Bodenfeuchte in tiefen Schichten angewiesen. Hinzu komme, dass die geschwächten Bäume von Schädlingen und Pilzen befallen würden.

Die Folgen sind verheerend: Allein 2019 hätten in den Revieren des Forstamtes Wolfhagen ungefähr 300.000 der insgesamt drei Millionen Bäume gefällt werden müssen, weil sie durch den Trockenstress zu stark geschädigt waren, sagt Theo Arend vom Forstamt. Zu 90 Prozent habe es sich um Fichten gehandelt. Die Baumart habe wegen des Klimawandels in der Region mittelfristig ohnehin keine Zukunft mehr.

Über 100.000 Bäume hat das Forstamt in den vergangenen Monaten nachgepflanzt. „Wir setzen auf Mischwald mit Beteiligung seltenerer Baumarten, die der Trockenheit besser gewachsen sind“, sagt Arend. Der Forstwirt hofft, dass es nun zumindest einige Tage regnet, damit die jungen Pflanzen eine Chance haben.

Darauf hofft auch der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Erich Schaumburg: „Es hat bereits Schäden gegeben. Aber wenn jetzt der Regen in der bevorstehenden Kornfüllphase ausbleibt, gibt es deutlich größere Einbußen.“ Die nächsten drei Wochen seien entscheidend.

Im Mai jedenfalls war es viel zu trocken. Nach Daten des Wetterdienstes Wetterkontor fielen in dem Monat nur 23,1 Liter Regen pro Quadratmeter in Kassel. Das war nur ein Drittel der Menge, die im langjährigen Mittel in diesem Monat in der Region fällt. Auch gab es ein Viertel mehr Sonnenstunden als normal.

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