Jetzt managt sie die Corona-Krise: Regine Bresler ist neue Leiterin des Gesundheitsamtes

Amtsbeginn im Ausnahmezustand: Regine Bresler ist die neue Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel.
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Amtsbeginn im Ausnahmezustand: Regine Bresler ist die neue Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel.

Mitten in der Corona-Krise gab es in der Leitung des Gesundheitsamtes für die Region Kassel einen Wechsel - jetzt managt Regine Bresler die Krise.

Kassel – Dass Regine Bresler die Leitung des Gesundheitsamtes Region Kassel übernehmen würde, stand schon lange vor Corona fest. Dass die Staffelübergabe aber mitten in eine Pandemie fallen würde, hätte sich die 59-Jährige sicher nicht träumen lassen.

Dabei trug die letzte Fortbildung zu Jahresbeginn, die sie noch mit ihrer Vorgängerin Dr. Karin Müller machte, ausgerechnet den Titel „Krisenmanagement im Gesundheitswesen“, erzählt Bresler lachend. Nomen est omen – wie sinnvoll der durchgespielte Krisenstab werden sollte, wurde schon wenige Wochen später deutlich.

„Corona hat alle Verwaltungen herausgefordert, sagt die neue Amtsleiterin. Alle Abteilungen des Gesundheitsamtes wurden fortan eingebunden, geplante Untersuchungen auf Null gefahren. Kollegen aus anderen Ämtern helfen mit, vor allem im Telefonservice.

Trotz Ausnahmezustand wirkt Regine Brelser ganz gelassen. Das mag an der Bodenständigkeit der gebürtigen Kasselerin liegen, die es vor vielen Jahren mit ihrem Mann ins ländliche Hombressen verschlagen hat, aber sicher auch an ihrer langen Erfahrung im Gesundheitsamt. Dort ist sie seit 1999 als Ärztin beschäftigt. Die Entscheidung war vor allem familienfreundlich: Mit zwei Kindern sei der Arbeitsalltag im Krankenhaus inklusive Nachtschichten nur schwer zu bewältigen gewesen.

Über ihre erste Honorarstelle im Gesundheitsamt sei sie sehr glücklich gewesen – und verblüfft, wie vielfältig die Arbeit ist. „Es gibt kaum einen anderen medizinischen Beruf, der thematisch so breit aufgestellt ist“, sagt Bresler rückblickend. Sie blieb also, erhielt Einblicke in Verwaltungsstrukturen und auch ihr Handwerkszeug zur Amtsärztin. 2001 wurde sie Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, seit 2007 ist Bresler Fachärztin für öffentliches Gesundheitswesen. Ab 2016 leitete sie die Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit, Gesundheitsförderung und Prävention. Nebenbei wuchs Regine Bresler rein in die Führungsaufgaben. Die Verantwortung sei schon eine Herausforderung, sagt die 59-Jährige. Auch ohne Corona.

Zumindest privat hat die Pandemie für unerwartete Entschleunigung gesorgt. „Sie wird umso spürbarer, je schneller man unterwegs ist“, sagt Bresler. Ihre vielen Ehrenämter – die rührige Amtsleiterin ist nicht nur Ortsvorsteherin von Hombressen, sondern auch noch Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Stadtverordnete in Hofgeismar, Vorsitzende des dortigen Mütterzentrums und in Vereinen aktiv – ruhen derzeit.

An der Arbeit ist noch kein Durchschnaufen in Sicht, auch wenn die aktuellen Fallzahlen in Stadt und Kreis Kassel rückläufig sind. „Dafür bin ich sehr dankbar, zugleich aber auch besorgt, weil wir in Leer, Frankfurt und jüngst in Göttingen sehen, wie schnell es kippen kann“, sagt Regine Bresler.

Für ihr Amt bleibe es wichtig, schnell alle Kontaktpersonen von nachweislich Infizierten zu ermitteln. Denn es gebe zwar weniger Fälle, „aber die haben deutlich mehr Kontaktpersonen“, beobachtet Bresler. Viele Menschen hätten offensichtlich vergessen, dass noch immer eine Kontaktbeschränkung gelte. Die neue Amtsleiterin mahnt: „Wir sind noch nicht durch.“

Alle aktuellen Infos zu Corona in der Region Kassel, gibt es in unserem News-ticker.

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