Horst Gude

In Kassel „sauwohl gefühlt": Gastronom gedenkt Udo Jürgens

Udo Jürgens 1983 im Gästebuch: „Haben uns sauwohl gefühlt.“

Kassel. Es ist noch nicht lange her, da hat sich der Kasseler Gastronom Horst Gude (78) mit einem Lächeln an gemeinsame Erlebnisse mit Udo Jürgens erinnert. Ende September war das.

Da hat der Sänger und Entertainer seinen 80. Geburtstag gefeiert. Am Sonntag ist Udo Jürgens, der immer so fit und voller Elan wirkte, gestorben. „Ich kann das noch gar nicht richtig fassen“, sagt der Seniorchef des Hotels Gude (Niederzwehren). Mit dem plötzlichen Tod des Bühnenstars habe niemand rechnen können. So bleibt das Treffen in der Salzbar des Hotels Gude (Foto unten) im Jahr 2005 die letzte persönliche Begegnung zwischen den beiden fast gleichaltrigen Männern. Damals hatte Udo Jürgens nach einem Konzert in Hamburg Station in Kassel gemacht. Wie so oft. „Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis“, sagt Horst Gude.

In seinem Gästebuch taucht Udo Jürgens immer wieder auf. „Haben uns sauwohl gefühlt“, lautet einer der auf eine Autogrammkarte geschriebenen Kommentare. Bis Anfang der 1980er-Jahre hatte der Sänger eine eigene Suite im Hotel Gude.

In dem Hotel sind viele bekannte Gäste abgestiegen. Udo Lindenberg war da, Heino, Peter Alexander, Ulla Meinecke und Karel Gott. Doch keiner kam so oft wie Udo Jürgens. Er fühlte sich wohl hier. Das hing mit der familiären Atmosphäre im Hotel zusammen, aber auch mit einer Freundin, die der Frauenschwarm hier hatte. Sie hieß Angelika, mehr verrät Gude nicht.

„Nach den Auftritten haben die Mädchen stundenlang vor dem Hotel auf Udo gewartet“, erinnert er sich. In den 1970er-Jahren hat Udo noch Konzerte in der Stadthalle vor 1000 Zuschauern gegeben. Im Anschluss ging dann die Party richtig los. Das Klavier, auf dem er in der Hotellobby zu vorgerückter Stunde gespielt hat, wollten schon viele weibliche Fans kaufen. Aber das gibt Horst Gude nicht her.

Die Konzertbühnen in Kassel waren irgendwann nicht mehr groß genug für den Star. Trotzdem kam er immer wieder vorbei. Einfach mal durchschnaufen und ein paar ruhige Tage verbringen. Zu Kassel hatte er auch deshalb eine Beziehung, weil Theaterintendant Thomas Bockelmann sein Cousin ist.

Zum 80. Geburtstag von Udo Jürgens hat ihm Horst Gude angeboten, wieder mal vorbeizukommen. Für ihn habe er immer ein Zimmer frei. Daraus ist nichts mehr geworden.

Von Thomas Siemon

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