Jungvogel wieder genesen

Schnelle Hilfe für eine Schleiereule: Ein Kasseler half bei der Rettung des Jungvogels

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Falkner für einen Tag: Michael Weigt aus Kassel mit einer ausgewachsenen Schleiereule in der Greifvogelstation des Tierparks Sababurg.

Schleiereule in Not - da zögerte der Kasseler Michael Weigt nicht lange und eilte zur Rettung des Jungvogels.

Kassel – Michael Weigt, Manfred Arend und Jonas Beckmann sind Freunde und verbringen ihre Freizeit oft in der Natur. Sie interessieren sich besonders für die Beobachtung von Greifvögeln und Eulen. Einer kleinen Schleiereule retteten sie jetzt das Leben.

Rückblick: Es war eine tolle Überraschung für Michael Weigt, als ihm seine Familie einen Tag als Falkner schenkte, den er im Oktober in der Greifvogelstation des Tierparks Sababurg bei dem Team um Falkner Rainer Cremer verbrachte.

Schleiereulen haben es dem Kasseler angetan

Rainer Cremer, Falkner Tierpark Sababurg.

Dort versorgte der 59-jährige Kfz-Gutachter aus Kassel nach Anleitung die Vögel, half beim Säubern der Volieren, beim Wiegen der Eulen und Greifvögel, bei ihrem Freiflug und beim Füttern. 

Ausgerüstet mit einem Falknerhandschuh war es auch möglich, sie auf die „Faust“ zu nehmen. Michael Weigts Freund Jonas Beckmann, der eine Jahreskarte für den Tierpark hat, machte tolle Fotos davon. Zu den Schleiereulen entwickelte Weigt große Zuneigung. „Mit ihrem herzförmigen Gesichtsschleier sind sie etwas Besonderes“, sagt er. 

Schleiereule in Not gemeldet: Michael Weigt aus Kassel zögert keine Sekunde

Aufgepäppelt und wieder frei: Die (gerade etwas müde) junge Kasseler Schleiereule nach ihrer Rückkehr. 

Weigt zögerte daher keinen Augenblick, als er wenig später von einer geschwächten Schleiereule in einer Kasseler Scheune hörte. Nach Rücksprache mit Rainer Cremer fuhr er den Jungvogel mit Manfred Arend zur Sababurg, wo ihn der Experte versorgte. „Das können wir aber nur im Einzelfall nach Absprache machen, wir sind keine Auffangstation und haben auch nicht genügend Platz“, erläutert der Falkner.

Nach 15 Tagen war die Eule wieder fit und Michael Weigt entließ sie in die Freiheit

Anfänglich lag die kleine Eule auf der Seite und stellte sich tot, wie das gestresste Jungeulen zum eigenen Schutz so machen. „Dann hat sie sich aber entspannt“, berichtet der Falkner. Schnell brachte er die Eule dazu, selbstständig zu fressen. Nach 15 Tagen war sie wieder munter und flugfähig und wurde von Michael Weigt zurück in die Kasseler Scheune gebracht. 

Dort startete das wunderschöne Tier in die Freiheit. „Ihre Chancen sind genauso gut wie die anderer Schleiereulen“, sagt Rainer Cremer. „Hätten wir nichts unternommen, wäre sie wohl in wenigen Tagen verhungert“, meint Michael Weigt. Er legt mit seinen Freunden großen Wert darauf, dass Tiere beim Beobachten und Fotografieren nicht gestört werden. „Ich bin Herrn Cremer sehr dankbar für seine Hilfe“, ergänzt er.

In einem Fachwerkhaus in Wolfhagen gibt es einen ungewöhnlichen Neuzugang: Dort hat  sich ein Uhu gemütlich eingerichtet.

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