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Nach Schnee-Chaos im Februar: Winterdienst in Kassel bereitet sich vor

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Von: Thomas Siemon

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Einsatzbereit: Sven Haftmann von den Kasseler Stadtreinigern bereitet ein Räum- und Streufahrzeug vor. Das innerstädtische Streckennetz, das vorrangig bedient wird, ist größer geworden.
Einsatzbereit: Sven Haftmann von den Kasseler Stadtreinigern bereitet ein Räum- und Streufahrzeug vor. Das innerstädtische Streckennetz, das vorrangig bedient wird, ist größer geworden. © Andreas Fischer

Heftige Schneefälle im Februar 2021 legten Kassel größtenteils lahm. Damit sich das nicht wiederholt, bereitet sich der Winterdienst vor.

Kassel – Mit mehr Mitarbeitern, einem größeren Fahrzeugpark und einem gut gefüllten Salzlager haben sich Kassels Stadtreiniger auf die anstehende Saison mit Schnee und Eis vorbereitet. Die Erfahrungen bei dem massiven Wintereinbruch im Februar, als in Kassel der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt wurde und über mehrere Tage kaum noch etwas ging, sind dabei berücksichtigt worden. „Wir haben jetzt 25 Kilometer neue Strecken im Programm, die vorrangig bedient werden“, sagt Birgit Knebel, die Pressesprecherin der Stadtreiniger.

Unter anderem sind die Mombachstraße in der Nähe der Universität, die Eschebergstraße und die Seebergstraße in die höchste Priorität gerutscht. Alles Straßen, die einen größeren Höhenunterschied überwinden. Auch in der Nähe von Krankenhäusern wurde das Räum- und Streuprogramm ausgeweitet. So sind die Zufahrten zum Elisabeth-Krankenhaus über die Weinbergstraße und die Obere Karlsstraße ebenso hinzugekommen wie die hinteren Zufahrten zur Orthopädischen Klinik in Bad Wilhelmshöhe.

Große Vorräte: Das Salzlager auf dem Gelände der Stadtreiniger ist gut gefüllt.
Große Vorräte: Das Salzlager auf dem Gelände der Stadtreiniger ist gut gefüllt. © Andreas Fischer

Nach Schnee-Chaos in Kassel: Winterdienst stockt Personal auf

Unter dem Strich sind die Mitarbeiter der Stadtreiniger Kassel jetzt auf 485 Straßenkilometern im Stadtgebiet unterwegs, vor einem Jahr waren es noch 460. In den vergangenen Tagen sind alle Strecken abgefahren worden. Funktionieren die Fahrzeuge einwandfrei? Gibt es Engstellen und Hindernisse, an denen man vielleicht im Ernstfall nicht vorbeikommt? Diese Fragen sind jetzt geklärt, der Winter kann kommen.

Am Wochenende gab es bereits Schnee in den Höhenlagen in Hessen. Im Winterdienst ist das Personal bei den Stadtreinigern von bislang 95 auf jetzt 110 aufgestockt worden. Während die Profis von den Stadtreinigern eine verhältnismäßig unschädliche Sole aus Salz und Wasser nutzen, gibt es für Privathaushalte wieder Warnungen vor zu viel Salz. Als Grundstückseigentümer ist man verpflichtet, die Gehwege wochentags von 7 bis 20 Uhr und sonntags von 8 bis 20 Uhr von Schnee zu räumen und gegen Glätte abzustreuen. Auftausalz dürfe nur in Ausnahmefällen wie zum Beispiel bei Eisregen verwendet werden, sagt Birgit Knebel. Die Stadtreiniger empfehlen abstumpfende Streumittel wie Sand, Splitt und Granulat.

Dazu hat auch die Hessische Gartenakademie Hinweise formuliert. Insbesondere Bäume und andere Pflanzen am Straßen- und Wegesrand leiden demnach unter zu viel Salz. Wenn sich im Sommer die Blätter an den Rändern braun verfärben, verwechsele man das oft mit Schäden durch Trockenheit. Oft sei aber der Einsatz von Streusalz dafür verantwortlich. Zudem greife das Salz Fahrzeuge, den Belag von Wegen und auch Bauwerke an. (Thomas Siemon)

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