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Airport Kassel: Hobbypiloten können jetzt mit dem Fieseler Storch abheben - zumindest fast

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Von: Thomas Siemon

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Bitte einsteigen: Albert Claudi (links) und Herbert Lindenborn vom Verein „Fieseler Storch Flugsimulator“. Das Cockpit des Propellerflugzeugs aus dem Jahr 1943 wurde originalgetreu rekonstruiert.
Bitte einsteigen: Albert Claudi (links) und Herbert Lindenborn vom Verein „Fieseler Storch Flugsimulator“. Das Cockpit des Propellerflugzeugs aus dem Jahr 1943 wurde originalgetreu rekonstruiert. © Dieter Schachtschneider

Der Airport Kassel ist um eine echte Attraktion reicher. Ab sofort kann man hier per Flugsimulator mit dem Fieseler Storch in die Luft gehen.

Kassel/Calden –  Zwischen den Reisebüros in der Abflughalle steht das technische Meisterwerk, das an der Kasseler Universität entwickelt wurde. „Damit haben wir auf hohem Niveau den Praxisbezug für unsere Studenten hergestellt“, sagt Professor Albert Claudi vom Fachbereich Elektrotechnik/Informatik. 

Das Cockpit des Simulators sieht genau so aus wie das des historischen Propellerflugzeugs aus dem Jahr 1943. Damals wurde der Storch bei Fieseler in Kassel gebaut. Restauriert wurde er vom Förderverein Fieseler Storch, der ihm eine eigene Halle am Airport Kassel gebaut hat.

In seinen Heimatflughafen nach Calden  zurückgekehrt ist der Fieseler Storch im Jahr 2013. damals wurde er von Paderborn aus überführt. Flug der historischen Flugzeuglegende nach Calden dauerte gut 30 Minuten.

Fiesler Storch: Simulator am Airport Kassel bietet originales Fluggefühl

„Wer in den Simulator steigt, hat das Originalfluggefühl“, sagt Herbert Lindenborn. Der Pilot, der ebenfalls am Fachbereich von Claudi gearbeitet hat, kann auf viele Flugstunden mit dem Fieseler Storch zurückblicken. Jetzt will er die Faszination anderen vermitteln. 

Airport Kassel: Ab sofort kann man sich für den Flugsimulator anmelden

Für die Flugschule mit dem Storch-Simulator kann man sich ab sofort anmelden. Vom entspannten Einsteigerkurs bis zum anderthalbstündigen Fortgeschrittenenprogramm gibt es Angebote. „Wir hatten schon einige Testläufe, das ist durchaus anstrengend“, sagt Herbert Lindenborn. So anstrengend wie es früher auch war. 

Fieseler Storch: Auch beim Flug im Simulator wird es anstrengend

Die Maschine vibriert, der Steuerknüppel ebenfalls. Es ruckelt beim Start, in der Luft und auch bei der Landung. Man braucht Kraft und Konzentration. So ähnlich muss sich damals Gerhard Fieseler gefühlt haben, als er den Storch einflog. 

Hinter originalgetreu nachgebauten Instrumententafeln verbirgt sich moderne Computertechnik. „Einer unserer Studenten hat zum Beispiel Schaltkästen im 3-D-Drucker hergestellt“, sagt Albert Claudi. Zum Ausbildungsprogramm habe auch das Einwerben von Spenden gehört. Knapp 50.000 Euro an Materialkosten habe man so bezahlen können.

Mit dem Fieseler Storch einmal von Calden über den Herkules - fast wie in echt

Der Einsatz hat sich gelohnt. Davon kann man sich bei ganz unterschiedlichen Flugszenarien überzeugen. Wer will, startet in Calden, fliegt Richtung Herkules und dreht dann eine Runde über Kassel. Das wirkt durch die Projektion auf der Leinwand täuschend echt. Man kann aber auch über der Themse in London fliegen oder in San Francisco unter der Golden Gate Bridge hindurch.

Und wer sich den Simulator einfach nur mal ansehen will: Der Blick durch ein Guckloch in dem Schaufenster mit Storch-Motiv ist immer möglich.

Fieseler Storch: So kann man sich für den Simulator anmelden

Wer den Simulator nutzen will, muss sich anmelden. Das Programm startet mit einem Schnupperkurs für 30 Euro. Dabei ist man 20 Minuten mit dem Simulator auf einem virtuellen Flug von Calden nach Kassel unterwegs. Das nennen die ehrenamtlichen Betreiber „Economy“. 

100 Euro kostet die „Business Class“. Hier gibt es eine Einweisung in die Instrumente, der Flug dauert 60 Minuten. Für 150 Euro ist man „First Class“ unterwegs. Bei diesem Programm gibt es eine Einführung und Infos zur Geschichte des Fieseler Storchs. Geflogen wird 90 Minuten. Anmeldung im Internet: storch-simulator.de.

Video aus dem Archiv: Kassels Fieseler Storch fliegt wieder

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