Debatte über längere Öffnung der Markthalle am Samstagnachmittag

Sind die Marktzeiten nicht mehr zeitgemäß?

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Früh auf den Beinen: Alina Graw (links) bietet in der Kasseler Markthalle ab 7 Uhr frisches Obst und Gemüse an. Samstags kommen die meisten Kunden etwas später. Auch Andrea Schade hat es erst gegen Mittag in die Markthalle geschafft.

Kassel. Frisches Obst, Gemüse, Käse, Fleisch und Blumen: Die Kunden schätzen das Angebot und die Atmosphäre in der Kasseler Markthalle und auf den Wochenmärkten. Doch vor allem Berufstätige haben wegen der knappen Marktzeiten kaum Chancen, regelmäßig dort einzukaufen.

Die Markthalle ist donnerstags und freitags zwar von 7 bis 18 Uhr geöffnet, schließt aber samstags, wenn die weitaus meisten Kunden kommen, bereits um 14 Uhr. Viel zu früh für viele, die arbeiten müssen und deshalb am Wochenende ausschlafen und in Ruhe frühstücken wollen. Nicht wenigen wäre lieber, wenn die Markthalle ihre Öffnungszeiten nach hinten verschieben würde. Schließlich haben die meisten Geschäfte in der Innenstadt auf das Kundenverhalten reagiert. Statt in aller Frühe öffnen sie erst um 10 Uhr und haben dafür abends länger auf.

Ganz so einfach sei das in der Markthalle nicht, sagt Geschäftsführer Andreas Mannsbarth. Manche Stände seien bereits früh morgens umringt, bei anderen laufe das Geschäft etwas später an. Auch die Nachtschwärmer kämen samstags in aller Frühe zum Frühstücken. „Es ist schwierig, alle unter einen Hut zu bringen“, sagt Mannsbarth.

Längere Öffnungszeiten bedeuteten für die 60 Marktbeschicker auch sehr lange Arbeitstage. Schließlich müssten sie Vorbereitungen treffen, die Ware einladen und an ihrem Stand einräumen. „Manche sind schon seit vier Uhr auf den Beinen.“ Ihr Tag ende auch nicht, wenn die Markthalle schließe. Längere Marktzeiten seien nur möglich, wenn die Anbieter in zwei Schichten arbeiteten. Dafür seien viele Familienbetriebe aber zu klein.

Andreas Mannsbarth

Die rund 25 Beschicker des Wehlheider Wochenmarktes sehen keinen Bedarf, etwas zu ändern. „Wir haben im Laufe der Jahre schon mehrmals versucht, die Zeiten auszuweiten“, sagt Werner Sauer vom Beirat der Marktgemeinschaft. „Das wurde aber nicht angenommen. Da sind wir auch ganz glücklich drüber.“

Schließlich beginne der Tag für die meisten in aller Frühe und ende erst am späten Nachmittag. Der Wehlheider Markt am Freitag beginnt um 7 und schließt um 13 Uhr. „Die Kunden sind darauf eingestellt.“

Auf der Marbachshöhe geht man andere Wege: Auf dem noch jungen Wochenmarkt können die Kunden von 11 bis 16 Uhr einkaufen. „Wir haben auch den Versuch gemacht, bis 18 Uhr zu öffnen“, sagt Mitorganisatorin Dr. Sabine Schäfer. „Aber ab 16 Uhr kam niemand mehr.“

Grundsätzlich sei man für Wünsche offen. Mit fünf Ständen ist der wegen der Kälte zurzeit geschlossene Wochenmarkt noch klein. Wenn er im Frühjahr wieder öffnet, sollen noch zwei Stände hinzukommen. Ein Café als Treffpunkt gibt es auch. Weitere Beschicker aus der Region sind laut Schäfer willkommen.

Von Ellen Schwaab

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