Im Stadtteil Unterneustadt

Radieschen und Kohlrabi für alle: Solidarische Landwirtschaft in der Fuldaaue

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Kümmern sich um die Jungpflanzen: Timo Wilmesmeier (33) und Thomas Eickel (32) in einem der Folientunnel auf dem Gelände der Fuldagärtnerei in der Unterneustadt. 

In der Unterneustadt in Kassel entsteht ein Gemüsegarten in solidarischer Landwirtschaft.

Kassel – Die Unterneustadt sei einer der Bereiche in Kassel, in dem traditionell Gemüse angebaut werde, sagen Timo Wilmesmeier und Thomas Eickel. In der Aue sei der Boden besonders fruchtbar. Zudem seien die Flächen durch die Lage im Tal wärmer und windgeschützt. „Früher gab es hier mehr als zehn Gemüsegärtnereien“, sagt Eickel. Über die Jahre seien es weniger geworden.

Seit dem vergangenen Herbst gibt es allerdings eine weitere. Nämlich die Gärtnerei Fuldaaue, die Timo Wilmesmeier und Thomas Eickel gemeinsam gegründet haben. Auf einer Fläche der Gärtnerei Metz an der Arndtstraße und auf einer kleinen Fläche in der Fuldaaue bauen die beiden Jungunternehmer auf insgesamt 0,56 Hektar jetzt verschiedene Gemüsesorten an. Ab Mai planen sie, unter anderem schon Salate, Kohlrabi, Spinat, Radieschen und verschiedene Kräuter zu ernten.

Ihr Unternehmen ist auf der Basis einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) gegründet. Das heißt, dass ein fester Kundenstamm sie mit einem monatlichen Betrag unterstützt und dafür Gemüse von den beiden Jungbauern bekommt. „Das gibt uns vor allem im ersten Jahr Planungssicherheit“, erklärt Thomas Eickel. Insgesamt 50 dieser sogenannten Anteile in Form von Gemüsekisten vergeben Eickel und Wilmesmeier. „Einige davon sind noch zu haben“, sagen sie. Kernpunkte der Solidarischen Landwirtschaft sind auch, dass regional und nachhaltig produziert wird. Normalerweise gibt es eine Bieterrunde, in denen die Preise für die Kisten festgelegt werden. Ein Konzept der Solidarischen Landwirtschaft ist, dass jeder nur so viel gibt, wie er kann. Da dies aktuell wegen des Coronavirus nicht möglich ist, haben die beiden Gemüsebauern derzeit feste Preise festgelegt. Eine kleine Kiste kostet monatlich 60, die große 82 Euro. Einige der Mitglieder, die bereits einen Anteil besitzen, helfen auch beim Anbau mit – das ist aber kein Muss.

Die Überproduktion – also das, was Wilmesmeier und Eickel über die festen Anteile hinaus produzieren – wollen sie in einem regelmäßigen Hofverkauf anbieten. „Man kann also nicht jederzeit bei uns Gemüse bekommen“, erklärt Eickel. „Wir müssen eben sehen, wie viel da ist.“ Geplant ist der Hofverkauf samstags – voraussichtlich ab Mai mit Jungpflanzen, ab Juni soll es dann auch Gemüse geben. Genauere Informationen wird es regelmäßig auf der Webseite und bei Facebook geben.

Ein Verkaufsstand ist außerdem im Mitgliederladen in der Unterneustadt und im Vorderen Westen angedacht. Zukünftig soll auch das Pop-Up-Restaurant Mondi, wenn es einen festen Standort gefunden hat, seine Produkte von der Gärtnerei Fuldaaue bekommen. Im Sommer wollen die beiden Landwirte auch Blumen anbauen, die man dann in Sträußen in der Gärtnerei Metz bekommen kann.

Wilmesmeier und Eickel, die gebürtig aus Osterwestfalen kommen, haben sich während ihres Studiums der ökologischen Agrarwissenschaften in Witzenhausen kennengelernt. Anschließend haben sie auf Höfen in der Region gearbeitet.

Was sie am Konzept der Solidarischen Landwirtschaft schätzen ist, dass man keinem Marktdruck unterliegt, sondern vorwiegend für die direkten Verbraucher produziert.

Mehr Informationen im Internet auf Facebook: Gärtnerei Fuldaaue

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