Namensvorschlag der Stadt

Kassel: Soll Fläche vor Alter Hauptpost zum „Platz der Kinderrechte“ werden?

Die Alte Hauptpost an der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel
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Könnte bald den Namen „Platz der Kinderrechte“ erhalten: Die noch namenlose Fläche vor der Alten Hauptpost an der Friedrich-Ebert-Straße.

Die Stadt Kassel möchte, dass die Fläche vor der Alten Hauptpost den Namen „Platz der Kinderrechte“ trägt. Den Standort finden nicht alle im Ortsbeirat Mitte geeignet für das Anliegen.

Kassel – Soll der Platz vor der Alten Hauptpost an der Friedrich-Ebert-Straße künftig „Platz der Kinderrechte“ heißen? Im Ortsbeirat Mitte, der wie alle Stadtteilgremien bei solchen Benennungsfragen ein Mitspracherecht hat, entspann sich darüber eine kontroverse Diskussion. Es wurden Vorbehalte geäußert, ob der Standort und sein Umfeld geeignet sind, dieses symbolische Anliegen zu transportieren.

Schon in der Sitzung zuvor hatte die städtische Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink dem Gremium den Namensvorschlag angetragen: Man suche dafür einen zentralen Ort und wolle das Thema Kinderrechte nicht irgendwo an der Stadtperipherie verstecken. Allerdings gebe es im Zentrum kaum noch unbenannte städtische Räume – so sei der namenlose Platz vor der Alten Hauptpost in den Blick gekommen.

Dieser werde in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings mehr mit Kneipen- und Partytrubel in Verbindung gebracht als mit den Belangen von Kindern, gaben mehrere Stadtteilvertreterinnen von SPD und Freien Wählern zu bedenken. Sie gingen auch davon aus, dass die Platzfläche auch in Zukunft regelmäßig für Gastronomie-Aktivitäten samt Alkoholausschank genutzt werden wird. Die leidigen Vermüllungsprobleme nach Party-Wochenenden auf Kassels Feiermeile kämen als Übriges hinzu. „Nicht glücklich“ wäre Bettina Dodenhöft (FW) mit dem von der Stadt beabsichtigten Namensbezug, wie sie sagte.

Der Ort sei ohne jeden inhaltlichen Bezug zum Anliegen und strahle dafür „keinerlei Symbolkraft aus“, argumentierte Sabine Wurst von der SPD. Es sei „der ungeeignetste Platz aller Zeiten“, um für Kinderrechte zu werben. Im Stadtteil Mitte sollte sich dafür doch ein besserer Ort finden lassen, meinte sie. Dass das Vorhaben generell unterstützenswert sei, darüber war sich die Runde einig.

Die grünen Vertreterinnen im Ortsbeirat Mitte standen einer entsprechenden Umbenennung des Postgebäude-Vorplatzes weniger skeptisch gegenüber. Die symbolische Erinnerung an die Rechte von Kindern sei ja weniger an den Nachwuchs selbst, sondern an Erwachsene gerichtet, merkte Katharina Griesel an. Evelyn Verch sah einen Vorzug darin, mit der prominenten, belebten Örtlichkeit an der Friedrich-Ebert-Straße viel Aufmerksamkeit für das Anliegen erreichen zu können.

„Es sollte auf jeden Fall nicht das Signal des Ortsbeirats sein, dass wir das in Mitte nicht haben wollen“, sagte Ortsvorsteherin Julia Herz von den Grünen.

Um sich einvernehmlich gegenüber der Stadt zu positionieren, legte der Ortsbeirat eine Beratungspause ein und votierte anschließend: Für einen „Platz der Kinderrechte“ im Stadtteil gebe es einhellige Zustimmung. Zunächst aber solle eine Vertretung des Magistrats in einer kommenden Sitzung erläutern, welche Standorte insgesamt in Betracht gezogen wurden und welche alternativen Standorte es in Mitte eventuell gibt.

So ist die Benennung vorerst vertagt – aber „der Platz vor der Alten Hauptpost ist noch nicht draußen“, sagte Julia Herz. (Axel Schwarz)

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