Team "PfotenStärken"

Freunde auf vier Pfoten:Sozialpädagogin hilft mit ihren Hunden Kindern und Senioren

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Sozialpädagogin Janah Tiefenberg mit ihren Hunden Mia und Jula.

Die Kasseler Sozialpädagogin Janah Tiefenberg bietet mit ihren Hunden Kindern und Senioren Unterstützung an.

Sanft legt die achtjährige Hündin Mia ihren Kopf auf den Schoß. „Sie spürt, was der Mensch gerade braucht“, sagt Janah Tiefenberg. Mit ihren beiden Hündinnen Mia und Jula bietet die 33-jährige Sozialpädagogin als Team „PfotenStärken“ sogenannte tiergestützte Interventionen an. Wie das genau aussieht, kommt auf den Einsatzort an.

Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern

So arbeiten Mia und Jula beispielsweise mit verhaltensauffälligen Kindern an Schulen. „Wenn ein Kind aggressiv wird, legt sich Mia auf den Rücken und jault. Das Kind merkt, dass es dem Hund durch sein Verhalten nicht gut geht“, erzählt Tiefenberg über die deeskalierende Wirkung der Tiere. Aber auch als Eisbrecher für schüchterne Kinder seien die Hunde geeignet. 

Ihrer Erfahrung nach steigere der Kontakt mit Hunden die Motivation der Kinder. So hätten Kinder ohne Deutschkenntnisse durch die Einbeziehung der Hunde die Körperteile benennen gelernt. Tiefenberg erinnert sich an einen Fall, in dem ein Mädchen in einer schwierigen häuslichen Situation nach dem Kontakt mit dem Hund erstmals darüber sprechen konnte.

Mobilitätstraining mit Senioren

Doch auch ältere Menschen gehören zu den Kunden von Mia und Jula. Mit ihnen machen sie beispielsweise Mobilitätstraining. Zum Beispiel als Übung die Beine über den Hund zu heben. Neben dem Wohl der Menschen stehe an erster Stelle das Wohl der Tiere, betont Tiefenberg. Sie wurde im Rahmen der zweijährigen Ausbildung geprüft, ob sie in der Lage sei, mögliche Stresssymptome bei ihren Tieren zu erkennen.

Hündin Jula am Glücksrad: Sie kann mit Kindern spielen. Mia kann würfeln und am Glücksrad drehen.

„Neben dem freien Wochenende hat jede Hündin eine Patentante, bei der sie zusätzlich einen freien Tag die Woche verbringt“, erzählt Tiefenberg. Wenn alle drei in der Freizeit gerne in der Natur sind, hat Hündin Mia eine besondere Vorliebe: Sie beobachtet stundenlang die Frösche im Gartenteich. Da beide Hunde der Rasse Magyar Vizsla angehören und somit ursprünglich Jagdhunde waren, ist eine weitere Freizeitbeschäftigung die Suche im Wald. „So wird die Nase ausgelastet.“ Als Jagdhunde seien ihre Hunde ungeeignet. Sie seien „zu empathisch“.

Nebenberuflich in der Freiwilligendienstbetreuung tätig

Tiefenberg arbeitet nebenberuflich in der Freiwilligendienstbetreuung des Sozialen Friedensdienstes. Auch hier seien Mia und Jula stets dabei und helfen schon mal in Seminaren zum Teambuilding mit. Die achtjährige Mia wird bereits seit mehreren Jahren im sozialen Bereich eingesetzt und war auch schon mal beim Zirkus Rambazotti dabei. Nun geht sie langsam in den Vorruhestand. 

Die zehnmonatige Jula steckt dagegen noch in der Pubertät. „Letztens hat ein Kind einen Kopfstand gemacht. Jula sollte drüber springen – ist aber dran vorbeigelaufen.“ Sozusagen eine Jugendsünde. Aber gerade jüngere Kinder ließen sich gerne von der aktiven Jula anstecken – und spielen auch mal mit ihr Glücksrad.

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