Es brodelt heftig in Kassels CDU und SPD

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Kassel. Die großen Parteien in Kassel werden derzeit durch interne Konflikte erschüttert. Während sich die SPD mit dem Parteiaustritt ihres ehemaligen Vorsitzenden Dr. Bernd Hoppe auseinandersetzen muss, flackert zwischen dem CDU-Kreisverband und der Jungen Union (JU) ein alter Konflikt auf.

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Die Junge Union hat dem CDU-Kreisverband Kassel-Stadt die Zusammenarbeit aufgekündigt. Zukünftig wolle die Junge Union (JU) den Kreisverband bei seinen Aktivitäten nicht mehr unterstützen, kündigten die JU-Vorsitzenden Max Schulze und Martin Schröder an. Grund dafür sei die mangelnde politische Einbindung der CDU-Jugendorganisation.

Über ihren Beschluss hatte die JU ihre Mutterpartei vorab nicht informiert. Erst durch die HNA-Anfrage erfuhr CDU-Kreisvorsitzende Eva Kühne-Hörmann davon. Sie stritt die Vorwürfe ab und sagte, dass die JU bereits seit Jahren ihre Arbeit für die CDU eingestellt habe: „Weniger als nichts machen können sie ja gar nicht.“

Überdies sei die JU an allen politischen Entscheidungsprozessen beteiligt worden. Es fehle aber offenbar am Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit – insbesondere bei den JU-Vorsitzenden, sagte Kühne-Hörmann.

Tagesgespräch innerhalb der SPD war am Montag der Parteiaustritt Bernd Hoppes, den er am Sonntag allen Mitgliedern der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion per E-Mail mitgeteilt hatte. Darin beklagt sich der Vertreter des linken Fraktionsflügels über einen „verleumderischen Rachefeldzug“ parteiinterner Gegner. Vorausgegangen waren Indiskretionen, wonach Hoppe der SPD mehrere Tausend Euro aus seinen Bezügen als Mandatsträger schuldig sei.

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Nachdem Hoppe in der jüngsten Stadtverordnetensitzung bei mehreren wichtigen Punkten mit der Linkspartei gestimmt hatte, wurden zudem Mutmaßungen laut, er bereite seinen Wechsel zu dieser Fraktion vor. Gegenüber der HNA kündigte Hoppe an, er werde sein Mandat nun als fraktionsloser Stadtverordneter ausüben. (bal/asz)

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