Kooperation zwischen Uni und Schule in Kassel

Digitale Medien im Sportunterricht: Mit Handy und Tablet zum Überflieger

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Digitale Medien im Unterricht in Kassel - Schüler nutzen Handys im SportZerlegung in Einzelbilder: Das Gif-Format ermöglicht es, Bewegungsabläufe zu analysieren.

In Kassel machen Schüler Sport mit digitalen Medien. Sie setzen im Unterricht Handys und Tablets ein und vergleichen sich mit Profisportlern.

  • In Kassel setzen Schulen digitale Medien wie Handys und Tablets im Sportunterricht ein.
  • Das ist eine Kooperation zwischen der Universität Kassel und der Herderschule.
  • Die Begeisterung von Schülern für Randsportarten wie Ringen, Reck, Barren und Hochsprung könnten daher bald steigen.

Übungen an Ringen, Reck und Barren lösen im Sportunterricht bei Schülern selten Begeisterungsstürme aus. Und auch der Hochsprung dürfte in der Schülerschaft nur wenige Fans haben. Mit dem Einsatz digitaler Medien im Sportunterricht könnte sich das aber ändern. Die Universität Kassel und die Herderschule erproben dies derzeit in den Sportleistungskursen der Schule. Nach Auskunft der Lehrer wirkt sich dies sehr positiv auf die Motivation der Schüler aus.

Die Kooperation zwischen Hochschule und der Schule des Landkreises Kassel hat ihren Ursprung in einem Seminar. Professor Armin Kibele vom Institut für Sport und Sportwissenschaft hat gemeinsam mit Sportstudenten Materialien für angehende und aktive Sportlehrer entwickelt und zusammengestellt. Diese Hilfestellungen für den Unterricht werden von der Hochschule über eine Studienwerkstatt auch im Internet zur Verfügung gestellt.

Prof. Armin Kibele von der Uni Kassel Sportinstitut

Tablet im Sport: Schulen in Kassel erproben digitale Medien im Unterricht

Mithilfe der Materialien können die Nutzer den Einsatz von digitalen Medien im Sportunterricht lernen. Um zu prüfen, wie gut sich Tablets, Smartphones und eine spezielle Freeware zur Bewegungsanalyse in den Unterricht integrieren lassen, haben Studenten von Prof. Kibele dies mit Schülern und Sportlehrern der Herderschule in Kassel im Wintersemester erprobt. In zwei Doppelstunden mit 60 Schülern der Sport-Leistungskurse wurden Erfahrungen gesammelt.

Einen Schwerpunkt bildete die Bewegungsanalyse im Sport. Dafür haben sich die Schüler mit Tablets gegenseitig beim Hochsprung gefilmt. Anschließend haben sie das Videomaterial in das Grafikformat Gif umgewandelt, wobei Videos in Einzelbilder zerlegt und Besonderheiten grafisch hervorgehoben werden. Auf diese Weise können die Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer analysieren, an welchen Stellen der Bewegung Fehler gemacht werden.

Ließ sich beim Sprung filmen: Max Buchholz von der Herderschule beim Hochsprung. Das Video wird anschließend für die Analyse in Einzelbilder zerlegt.

Sport mit Tablet: An der Schule wird sich mit Profisportlern verglichen

„Das gegenseitige Filmen ist extrem motivierend für die Schüler“, resümiertSportlehrer Andre Schnegelsberg. Dies spielte auch bei der Videoanalyse mit der App „Coach’s Eye“ eine Rolle. Mit der App auf dem Tablet oder Smartphone haben sich die Schüler in Kassel etwa beim Speerwurf gefilmt. Anschließend war es mithilfe der App möglich, dem eigenen Bewegungsablauf dem eines Profisportlers gegenüberzustellen. Beide Videos lassen sich gleichzeitig nebeneinander abspielen. So können technische Fehler leichter identifiziert werden.

Bei einem weiteren Bestandteil der Übungen ging es um Kraftmessungen. Auch hier kamen zur Veranschaulichung Videos und Gifs zum Einsatz. Schulleitung und Hochschule wollen ihre Kooperation auch in den nächsten Jahren fortsetzen und vertiefen. Dabei sollen zukünftig noch weitere Themen aus Sportleistungskursen digital bearbeitet werden. Die Projekte finden jeweils in einem Wintersemester statt.

Nicht nur für den Sport und nicht nur in Kassel: Schulen setzen vermehrt auf digitale Medien im Unterricht

Neben Schulen in Kassel setzen auch Schulen im Schwalm-Eder-Kreis auf die Digitalisierung und Medienbildung im Unterricht. An der Theodor-Heuss-Schule in Homberg etwa greifen die Schüler immer häufiger zum Tablet anstatt zum Buch.

Mit ihrem besonderen Medienkonzept ist das Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen für den Schulpreis der Dieter Schwarz Stiftung für das beste Medienkonzept nominiert

An einer Schule in Bayern dürfen die Schüler ihre eigenen Handys und Tablets benutzen, wenn es ins Lern-Konzept passt:

Von Bastian Ludwig

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