Insgesamt 18 Anträge

Meist bleibt das Rotlicht aus: Stadt Kassel erlaubt nur sieben Bordellen den Betrieb

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Rotlicht-Pflicht: Bordelle brauchen eine Genehmigung. 

Nicht einmal jeder zweite Rotlicht-Betrieb, der in Kassel seit der Gesetzesänderung 2017 eröffnen wollte, hat von der Stadt grünes Licht bekommen.

Seit die Erlaubnispflicht besteht, erhielten die meisten Antragsteller keine oder noch keine Genehmigung für den Betrieb.

Nach Angaben der Stadt gibt es derzeit sieben genehmigte Bordellbetriebe in Kassel. Die Pflicht zur Genehmigung der Etablissements besteht seit Juli 2017, da trat das sogenannte Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) in Kraft. Seither müssen Prostituierte ihre Tätigkeit bei der Stadt als Ordnungsbehörde anmelden und es muss für den Betrieb von Bordellen eine Erlaubnis eingeholt werden. 

Bordellbetreiber müssen Betriebskonzept vorlegen

Wer ein Prostitutionsgewerbe betreiben will, benötigt eine Genehmigung und wird auf Zuverlässigkeit geprüft. Zudem hat er ein Betriebskonzept vorzulegen, das gewisse Mindestanforderungen – zum Beispiel ein Notrufsystem in jedem Raum – erfüllen muss. Ansonsten bleibt die Erlaubnis zum Betrieb des Bordells versagt.

Bordelle in Kassel: Insgesamt 18 Anträge wurden gestellt

In Kassel sind insgesamt 18 Anträge auf Genehmigung eines Bordellbetriebs gestellt worden. Davon seien sieben Anträge positiv beschieden worden, ein Antrag sei abgelehnt worden, teilte die Stadt mit. Auch in Kassel hakt es offenbar an baulichen Gründen. „Bei zehn dieser Anträge wurde noch keine Entscheidung getroffen, da hier die baurechtliche Einschätzung noch fehlt“, sagt Stadtsprecher Michael Schwab

Mit 18 Anträgen für Bordellbetriebe seit 2017 liegt Kassel im Vergleich der hessischen Städte im oberen Mittelfeld (siehe Hintergrund). Bis zur Gesetzesänderung 2017 war für die Eröffnung eines Bordells keine besondere Erlaubnis erforderlich, sondern nur eine Nutzung als „Vergnügungsstätte“ zu beantragen. Städte wie Kassel konnten daher bis dahin keine verlässlichen Angaben zur Zahl der Bordelle machen.

Prostitution in Kassel: Es gibt eine hohe Dunkelziffer

Was das wahre Ausmaß der Prostitution angeht, so wird nach wie vor von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Nach Schätzungen bieten zwischen 300 und 400 Prostituierte in Kassel ihre Dienste an. In Bordellen, aber auch etwa in ihren Privatwohnungen oder auf der Straße.

Hintergrund: Hessenweit mehr als 200 Anträge

Das Prostituiertenschutzgesetz trat 2017 in Kraft. Seither müssen Bordelle genehmigt werden. In Hessen sind in den vergangenen zwei Jahren über 200 Anträge zum Betrieb eines Bordells gestellt worden. 

Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Linken-Anfrage im Landtag hervor. Spitzenreiter ist Frankfurt mit 38 Anträgen, in Kassel waren es 18, in Fulda und Offenbach 16. Wie viele der Anträge genehmigt wurden, dazu wurde keine Angabe gemacht. (mit dpa)

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