Gefahrgut, Sturm, Wasser

Stadt prüft Spezialisierung der Freiwilligen Feuerwehr

Kassel. Die Mitglieder der sieben Freiwilligen Feuerwehren waren in jüngster Zeit verunsichert. Einerseits kursierten Gerüchte, dass die Wehren zusammengelegt werden sollten, andererseits wurden drei in die Jahre gekommene Löschfahrzeuge ausgemustert und bislang noch nicht ersetzt.

Bürgermeister Jürgen Kaiser, der als Dezernent für den Brandschutz zuständig ist, stellt gegenüber der HNA jetzt noch einmal klar: „Die Freiwilligen Feuerwehren sind die tragenden Säulen des Brandschutzes in Kassel.“ Niemand habe vor, die in den Stadtteilen historisch gewachsenen Vereine mit ihren derzeit 230 Einsatzkräften aufzulösen oder zusammenzulegen. Das könne sich die Stadt mit Blick auf den Brandschutz auch gar nicht erlauben, sagt Kaiser. Dann müsste die Berufsfeuerwehr ihr Personal aufstocken.

Darüber hinaus sei man froh, neben den beiden Standorten der Berufsfeuerwehr sieben weitere Feuerwachen im Stadtgebiet zu haben, sagt Norbert Schmitz, Chef der Kasseler Feuerwehr. „Neun Standorte sind für die Bevölkerung genial.“

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Hier finden Sie eine Grafik mit aktuellen Mitgliederzahlen der Feuerwehr

Die Feuerwehren seien in den Stadtteilen zudem für die Gemeinschaft sehr wichtig. Seit Jahren sei die Zahl der freiwilligen Einsatzkräfte in Kassel relativ stabil, sagt Kaiser. Dennoch gebe es bundesweit Probleme mit dem Nachwuchs. Auch in Kassel bestehe die Herausforderung, Mitglieder zu halten sowie Kinder und Jugendliche neu für den ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr zu gewinnen. Deshalb werde man in diesem Jahr den Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehr fortschreiben.

Nach dem Hessentag soll zudem eine Organisationsuntersuchung stattfinden, die es zum letzten Mal vor 20 Jahren gegeben habe. Bei dieser Untersuchung sollen die sieben Wehren mit einbezogen werden. Ziel sei eine Optimierung der Aufgaben. Natürlich solle jede Feuerwehr weiterhin für den Brandschutz zuständig sein, sagt der Bürgermeister.

Allerdings wolle man überprüfen, ob Spezialisierungen der einzelnen Wehren sinnvoll sein könnten. Hochwasser und Sturm Kaiser nennt ein Beispiel: Die Feuerwehren in Wolfsanger und Nordshausen seien jetzt schon auf Gefahrgut spezialisiert. Man wolle überprüfen, ob andere Wehren zum Beispiel für Einsätze bei Hochwasser oder bei Sturm besonders ausgebildet werden. Diese Spezialisierung könne wiederum ein Anreiz für junge Menschen sein, sich bei der Feuerwehr für die Gesellschaft zu engagieren.

Feuerwehrchef Schmitz erklärt, warum die drei Löschfahrzeuge noch nicht ersetzt worden sind: Es handele sich um Fahrzeuge, die im Rahmen des Katastrophenschutzes von Bund und Land gestellt worden seien. Bund und Land hätten zugesichert, dass es Ersatz geben werde. „Sie haben aber nicht mitgeteilt, wann das geschehen soll.“

Rubriklistenbild: © dpa

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