Idee stammt von Studenten

Autofrei in Kassel: Stadt plant Testphase

Hier sollen testweise keine Autos mehr fahren: Die Untere Königsstraße zwischen Stern und Holländischer Platz soll für vier Wochen zur autofreien Zone werden.
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Kassel: Hier sollen testweise keine Autos mehr fahren: Die Untere Königsstraße zwischen Stern und Holländischer Platz soll für vier Wochen zur autofreien Zone werden.

Kassel: Die Stadt plant eine autofreie Zone in der Nähe der Fußgängerzone. Vier Wochen lang ist der Verkehr nur für Fußgänger und die Tram freigegeben.

  • Die Stadt Kassel plant im Mai eine autofreie Zone
  • Dieser Bereich ist für vier Wochen nur für Straßenbahn und Fußgänger zugänglich
  • Die Idee des Experiments kommt von Studenten der Uni Kassel

Nord-Holland/Wesertor – Den Feierabend ohne Autos in einem Straßencafé in Kassel genießen: Das könnte bald auf der Unteren Königsstraße zwischen Stern und Holländischem Platz möglich sein. Und zwar dann, wenn die Stadt Kassel diesen Abschnitt testweise für vier Wochen sperrt und dort nur noch Straßenbahnen fahren und Fußgänger unterwegs sind. Ein solcher Versuch ist ab Ende Mai geplant. Start soll am Freitag vor Pfingsten sein.

Autofrei in Kassel: Das plant die Stadt in Hessen

Dem Projekt der autofreien Zone in Kassel haben nun auch die beiden Ortsbeiräte Nord-Holland und Wesertor zugestimmt. Das Vorhaben, das auf eine Idee von Studenten der Uni Kassel zurückgeht, wurde in einer gemeinsamen Ortsbeiratssitzung vorgestellt, zu der viele Zuhörer gekommen waren.

Kassel: Autofreie Zone in der Stadt -

Dr. Georg Förster, Leiter des Straßenverkehrsamts, betonte eingangs, dass es sich um eine Testphase in Kassel handele, ein Experiment. Da die Tram weiter auf der Unteren Königsstraße fahre, handele es sich nicht um eine Fußgängerzone, sondern um eine „für Fußgänger freigegebene Fahrbahn“, wie es offiziell heiße.

Eben die will das vierköpfige Team des Kasseler Studios „R aamwerk“ mit Leben füllen: mit einem breit gefächerten Angebot aus den Bereichen Kunst, Kultur, Umwelt und Sozialem. Man denke etwa an Straßenkunst und Streetfootball, einen Skater-Parcours und eine „Speakers’ Corner“ für Spontanredner, berichtete Samson Kirschning von Raamwerk.

Autofreie Zone in der Stadt Kassel - Geschäftsleute fürchten Probleme beim Verkehr

Derzeit „rausche“ man nur durch die Untere Königsstraße, sagte Alexander Gardyan vom Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung der Uni Kassel. Das Experiment solle ein Bewusstsein schaffen für neue Möglichkeiten in dem als problematisch geltenden innerstädtischen Areal. „Wir unterstützen das Experiment ausdrücklich und wollen unsere studentische Kultur einbringen“, sagte dazu Asta-Vorsitzende Sophie Eltzner.

Asta-Vorsitzende: Sophie Eltzner.

Einige Geschäftsleute fürchten, dass sie Kunden verlieren und dass An- und Belieferung zum Problem werden. Den Lieferverkehr werde man sicherstellen, versicherte Förster. Verkehrsdaten werde man ebenfalls erheben. Inwieweit die Bremer Straße und Jägerstraße in die autofreie Zone einbezogen würden, sei noch offen, so Förster auf entsprechende Fragen.

Kassel: Autofreie Zone in der Stadt - Meinungen zum Verkehr spalten sich

Skeptisch äußerte sich zunächst Nord-Hollands Ortsvorsteher Hannes Volz, der eine Verdrängung des Verkehrs und Überlastung der angrenzenden Straßen befürchtet. Alexander Wild, Vorsitzender der Kasseler City-Kaufleute, erntete für seinen Appell „Lasst es uns doch probieren“ spontanen Beifall. Den gab es auch noch zwei weitere Male für die Beschlüsse der beiden Ortsbeiräte, die die autofreie Zone in Kassel jeweils einstimmig befürworteten.

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