Übergangslösung im Victoria-Hochhaus

Stadtbibliothek Kassel: Vom Intermezzo zum Erfolgsmodell

+
Standort der Stadtbibliothek für eine unbestimmte Übergangszeit: Das Victoria-Hochhaus an der Ecke Fünffenster-Straße/Wilhelmshöher Allee. archivfotos: andreas fischer

Kassel: Die Übergangslösung der Stadtbibliothek kommt bei den Besuchern gut an. Ein neuer Standort wird immer noch gesucht.

Kassel – Fast zwei Jahre ist die Kasseler Stadtbibliothek inzwischen im Victoria-Hochhaus zu finden, also schräg gegenüber ihres früheren Standorts. Drei Dinge hatte die Stadt beim Umzug im März 2018 klargestellt: 

Das Victoriahaus ist für die Bibliothek eine Übergangslösung. Es wird weiterhin nach einem neuen und dauerhaften Standort im Stadtgebiet gesucht. Und es wird keine Rückkehr in das Rathaus nach Abschluss der laufenden Sanierung des Karlsstraßenflügels geben.

Lob für Übergangsstandort der Bibliothek

An diesen Vorgaben hält die Stadt Kassel fest, betont Kulturdezernentin Susanne Völker (parteilos). Von Standortsuche ist aber schon lange keine Rede mehr gewesen. Dafür ist immer wieder Lob für den Übergangsstandort Victoriahaus zu hören. Das Intermezzo hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt.

„Die Stadtbibliothek hat seit ihrem Umzug vom Rathaus in das Victoria-Hochhaus eine positive Entwicklung genommen“, bilanziert Kulturdezernentin Völker auf Anfrage unserer Zeitung. Am neuen Standort zeichne sich die Einrichtung durch zentrale Lage, gute Sichtbarkeit im Stadtbild und hohe Aufenthaltsqualität aus. 

Zahl der Besucher und Zahl der Ausleihen gestiegen

Gestiegen seien sowohl die Zahl der Besucher als auch die Zahl der Ausleihen. Der Zuspruch werde auch durch die vielen Veranstaltungen wie Diskussionen, Lesungen oder Aufführungen deutlich, die regelmäßig viel Publikum anlockten, so Völker.

Nach eigenen Angaben verzeichnete Kassels Stadtbibliothek im vergangenen Jahr 420 000 Ausleihen physischer Medien und 111 000 Online-Leihen. Durch den Umzug habe sich die Bibliothek als Lernort mit freiem WLAN-Zugang und Notebook-Nutzung etablieren können.

Bibliotheken sind wichtig für die Gesellschaft 

Völker: „Der Standortwechsel hat also spürbare, positive Auswirkungen auf die Stadtbibliothek und ihre unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten.“

Bibliotheken könnten wichtige Medienkompetenzen vermitteln und aktive Orte gesellschaftlicher Debatten sein. Ihnen komme damit eine wichtige zivilgesellschaftliche Bedeutung zu, weil sie kulturelle, soziale und digitale Teilhabe gemeinwohlorientiert und generationenübergreifend ermöglichten. In der Fachsprache würden diese modernen Bibliotheken als „Dritte Orte“ bezeichnet, erklärt Völker.

Nutzungsfläche muss perspektivisch vergrößert werden

Der Standort Victoria-Hochhaus zeige bereits, welche Potenziale durch eine solche Ausrichtung auf eine moderne Bibliothek entstünden. Um aber den Anforderungen an einen „Dritten Ort“ gerecht zu werden, um entsprechende Angebote vorhalten und Synergien nutzen zu können, müsse perspektivisch die Fläche für die Nutzer erweitert werden. 

Diese Erkenntnis sei auch in der Entwicklung der „Kulturkonzeption Kassel 2030“ zum Tragen gekommen. Im Dezember 2018 von den Stadtverordneten beschlossen, beinhalte sie auch die Suche nach einem geeigneten, dauerhaften Standort für die Stadtbibliothek, sagt die Dezernentin. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.