Bis zu 300 Wohnungen

Kasseler Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn im Umbruch - neues Wohnquartier geplant

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Auf dem Gelände des Magazinhofs im an Süsterfeld-Helleböhn angrenzenden Stadtteil Niederzwehren entsteht aktuell ein neues Quartier für urbanes Arbeiten und Wohnen. 

Der Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn befindet sich im Umbruch. Unter anderem siedelt der Holzgroßhändler Jordan um und der Magazinhof soll zu einem gemischten Quartier werden.

  • Kasseler Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn befindet sich im Umbruch.
  • Ein Wohnquartier mit bis zu 300 Wohnungen soll entstehen.
  • Mit den Veränderungen gehen neue Herausforerungen einher.

Das Olof-Palme-Haus wird abgerissen, der Holzgroßhändler Jordan siedelt um und der Magazinhof im angrenzenden Stadtteil Niederzwehren soll zu einem gemischten Quartier aus Wohnen, Arbeiten und Erholen werden. Der Kasseler Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn befindet sich im Umbruch.

Die größte Veränderung geht mit dem Wegzug der Firma Jordan in den Gewerbepark Kassel-Niederzwehren einher. 4,4 Hektar Fläche werden dort frei. 

Kassel: Wohnquartier mit bis zu 300 Wohnungen soll entstehen

Auf dem Areal will die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen, ein Tochterunternehmen der Landesbank HessenThüringen, ein Wohnquartier mit bis zu 300 Wohnungen in Reihen- und Mehrfamilienhäusern bauen. Bis zu 100 weitere Wohnungen und etwa 20.000 Quadratmeter Bürofläche baut derzeit die Würzburger Beethoven-Gruppe auf dem nahen, etwa vier Hektar großen Gelände des Magazinhofs.

„Die derzeitigen Veränderungen sind eine historische Chance für unseren Stadtteil, wenn sie in ihrer Gesamtheit bedacht werden“, sagt Ortsvorsteher Helmut Alex (SPD). Wichtig sei, bei den Planungen nicht nur die partiellen Veränderungen zu berücksichtigen. „Es braucht ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Entwicklung des Stadtteils“, betont er.

Helmut Alex (SPD)Ortsvorsteher

Appell an die Stadt Kassel

„Es ist wichtig, die Entwicklung offen zu denken und sie im Vorfeld zu strukturieren“, sagt auch Ortsbeirätin Marianne Knipping (Grüne). „Es soll nicht hinterher gesagt werden, daran haben wir nicht gedacht.“ Beide appellieren deshalb an die Stadt Kassel, den Ortsbeirat und die Bürger des Stadtteils in die Planungen einzubinden.

Denn Alex und Knipping sehen mit den Veränderungen auch neue Herausforderungen auf den Stadtteil zukommen. Beide befürchten, dass nach der abgeschlossenen Sanierung im Bereich des Magazinhofs mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen sei. „860 zusätzliche Fahrzeuge täglich werden dann voraussichtlich über den Glöcknerpfad und die Leuschnerstraße ein- und ausfahren“, sagt Knipping.

Marianne Knipping (Grüne)Ortsbeirätin

Kassel: Erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Sanierung

Hinzu käme der zusätzliche Verkehr bedingt durch die Neuansiedlungen auf dem Jordan-Gelände. „Wie soll das mit dem Blick auf die kommenden zehn Jahre gehen?“, fragt Alex. Beide fordern Lösungen, etwa die Leuschnerstraße zu verbreitern, neue Abbieger zum Magazinhof und in den Glöcknerpfad zu schaffen und Fuß- und Radwege im Stadtteil auszubauen. 

Neues Quartier für urbanes Arbeiten und Wohnen. 

Knipping und Alex geben überdies zu bedenken, dass die Neuansiedlungen auch mit einem höheren Bedarf an Kita- und Schulplätzen einhergehen werden. „Die Fridjof-Nansen-Schule ist jetzt schon an der Kapazitätsgrenze. Daran darf nicht erst gedacht werden, wenn die Familien da sind. Das muss vorher geplant werden“, sagt Knipping.

Stadt Kassel plant neues Bürgerhaus - Konzept unklar

Auch der Abriss des Olof-Palme-Hauses treibt die beiden um. Die Stadt Kassel plant, ein neues Bürgerhaus zu bauen. Wo, wann und mit welchem Konzept ist derzeit noch unklar. 

Für Ortsvorsteher Alex ist dabei über einen reinen Veranstaltungsraum hinaus vieles denkbar, beispielsweise Wohnungen in der oberen Etage einzurichten. „Außerdem fehlen Kindergärten, Gastronomie, eine Sozialstation, ein Bürgerbüro und ein Stadtteil-Management“, zählt Knipping auf.

Stadt Kassel versichert ganzheitliche Betrachtung

Die Stadt versichert, sie habe die verschiedenen Entwicklungen im Stadtteil im Blick und verspricht eine zusammenhängende ganzheitliche Betrachtung. So sei die Neuordnung des Bürgerhaus-Areals im vergangenen Jahr zurückgestellt worden, um es jetzt gemeinsam mit den Jordan-Flächen in eine übergreifende Gesamtplanung einzubeziehen. Die weiteren Schritte zum Olof-Palme-Haus sowie der neue Standort des Bürgerhauses würden sich aus dieser Gesamtplanung ergeben.

Im Zusammenhang mit der Magazinhof-Entwicklung werde auch die Leuschnerstraße verstärkt in den Blick genommen. Die Stadt werde die Entwicklungen „aktiv und in Abstimmung mit dem Ortsbeirat“ gestalten.

Von Nicole Schippers

Ebenfalls in Kassel soll der Bahnhof Wilhelmshöhe umstrukturiert werden. Die Stadt und KVG wollen ab 2021 18 Millionen Euro investieren.

In Northeim wird das alte Pfarrhaus zum Dorfzentrum umgebaut. Mit Hochdruck arbeiten seit Mai vorigen Jahres Gladebecker unter Federführung des örtlichen Verschönerungsvereins am Umbau und der Renovierung des alten Pfarrhauses. 

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