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Wie Lieferando, aber anders: Yuze ist ein neuer Kasseler Online-Marktplatz und Lieferservice

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Von: Bastian Ludwig

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Sie arbeiten bei Yuze: Geschäftsführer und Firmengründer Dominik Juli (links) und seine Mitarbeiter Nadine Langhuth, Antonia Cloos und Ralf Rosenberg.
Sie arbeiten bei Yuze: Geschäftsführer und Firmengründer Dominik Juli (links) und seine Mitarbeiter Nadine Langhuth, Antonia Cloos und Ralf Rosenberg. © Paavo Blafield

Es funktioniert ähnlich wie Lieferando und ist doch ganz anders. Yuze ist ein Start-up aus Kassel.

Kassel - Nicht selten entstehen aus Problemen gute Ideen. So war es auch bei Dominik Juli. Der 43-Jährige aus Kassel war vor gut fünf Jahren bei einer Ernährungsberaterin. Mit ihrer Hilfe nahm er 35 Kilo ab. In dieser Zeit stellte er fest, dass regionale und saisonale Ernährung ziemlich aufwendig ist. Das Beschaffungsproblem wollte er mithilfe von IT lösen und gleichzeitig lokale Akteure zusammenbringen. Das war die Geburtsstunde von Yuze, das ähnlich wie Lieferando funktioniert, aber doch ganz anders ist.

Was 2016 als Idee entstanden ist, brauchte einige Jahre der Vorbereitung. Für den Firmengründer Juli war es zudem ein Schritt in die Selbstständigkeit. Zuvor hat er als Angestellter bei einer Firma für Flughafentechnik gearbeitet, war aber schon immer an Computern und Programmen interessiert.

Im vergangenen Jahr wurde das Projekt dann immer konkreter. Fünf Mitarbeiter wurden eingestellt und ein Büro in der Fabrik Chasalla an der Sickingenstraße in Kassel bezogen.

Online-Marktplatz Yuze aus Kassel: Gastronomen können ihre Produkte anbieten

Hinter dem Geschäftsmodell steckt ein regionaler Online-Marktplatz und Lieferservice. Über die Plattform Yuze.de können Kasseler Gastronomen, Einzelhändler und Erzeuger ihre Produkte anbieten. Die Bandbreite soll irgendwann von warmen Speisen über regional erzeugte Lebensmittel wie Honig und Kaffee bis hin zu Produkten der örtlichen Lebensmittel- und Getränkehändler reichen. Aktuell wird vor allem der Bestell- und Lieferservice für zahlreiche Restaurants angeboten. Das weitere Angebot befindet sich noch im Ausbau.

„Aktuell bieten knapp 20 Gastronomen ihre Speisen über Yuze an. Mit weiteren 30 sind wir in Verhandlungen“, sagt Juli. Bereits jetzt ist das Angebot kulinarisch vielfältig. Es reicht von Baguettski und Paco’s Tacos bis Gambero Rosso, Asia Loop und Herbstapfel.

Das Start-up bietet neben dem Online-Marktplatz und dem Marketing auch den Lieferservice für die Lokale an. Dies sei aber kein Muss, wie Juli sagt. Einige Gastronomen wollten weiterhin ihre Speisen selbst ausfahren. Die Fahrer von Yuze, die mit E-Bikes und Elektrorollern unterwegs sind, liefern aber immer nur wenige Kilometer um die jeweiligen Restaurants aus.

Yuze ist ein neuer Kasseler Online-Marktplatz: „Wir beschäftigen Menschen vor Ort“

„Das ist für uns eine Frage der Frische“, sagt Juli. Beliefert werden die Innenstadt und die angrenzenden Stadtteile. Ein 10-Minuten-Lieferversprechen wie bei den Großen der Branche gebe es bei Yuze nicht. „Bei uns zählt Qualität“, so Juli.

Yuze verdient ausschließlich an Provisionen auf Basis der Bestellungen. Es gibt keine Grundgebühr. „Es geht uns darum, mit einer Allianz die regionale Vielfalt zu erhalten. Deshalb arbeiten wir ausschließlich mit inhabergeführten Geschäften zusammen“, so Juli. Anders als bei Lieferando bleibe bei Yuze die Wertschöpfung in der Region. „Wir zahlen hier unsere Steuern und wir beschäftigen Menschen vor Ort“, so der Geschäftsführer.

Weil das Unternehmen wachse, sei man aktuell auf der Suche nach weiteren Fahrern und kreativen IT-Experten. Denn in einem nächsten Schritt sollen auch Erzeuger, Händler und Gastronomen über die Plattform vernetzt werden. (Bastian Ludwig)

Ein 20-jähriger Kasseler hat sich mit seinem Lieferservice „Fastlife Food“ selbstständig gemacht. Die 10-Minuten-Lieferversprechen der Konkurrenz, wie beispielsweise Flink, sieht er kritisch.

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