Stau-Baustelle Loßbergstraße: Leser fragen, Stadt antwortet

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Stau-Baustelle Loßbergstraße: Leser fragen, Stadt antwortet

Kirchditmold. Es ist Kassels Baustelle mit dem größten Frust-Faktor für Autofahrer: Die Arbeiten an der Loßbergstraße verursachen täglich lange Staus. Zuletzt haben uns viele Leser-Vorschläge mit Ideen für eine Entschärfung erreicht. Wir haben die Stadt mit diesen Ideen konfrontiert:

Von Bastian Ludwig

Bauleiter Tim Honnens ist optimistisch: Die Baustelle Loßbergstraße könnte ein halbes Jahr früher fertig sein als gedacht: „Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer fertig sind“, sagt Honnens. Sobald der Boden frostfrei sei, würden die eingestellten Arbeiten wieder aufgenommen. Frühestens nächste Woche rechnet er mit einem Ende der Winterpause.

Honnens und Christian Petruch von der Straßenverkehrsbehörde sehen aber vorerst keine Möglichkeit, die Verkehrslage zu entschärfen.

Hier ihre Antworten auf die meistgestellten Fragen von Anwohnern und Autofahrern:

Warum wurde für die Winterpause der Baustelle keine separate Linksabbieger-Spur von der Loßbergstraße (Punkt 1 auf der Karte) in Richtung Berliner Brücke eingerichtet?

Auch aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde wäre eine separate Linksabbieger-Spur eine Erleichterung für die Verkehrslage. So könnte der Verkehr auf der Loßbergstraße in Richtung Heßbergstraße, Wilhelmshöhe ungehindert fließen. Derzeit wird er durch Linksabbieger behindert, die zunächst den Gegenverkehr passieren lassen müssen.

Deshalb soll die separate Linksabbieger-Spur fünf Wochen nach Wiederaufnahme der Arbeiten eingerichtet werden – dann werde der Straßenraum für Arbeiten nicht länger benötigt. Für die Zeit der Winterpause habe sich die Einrichtung eines extra Linksabbiegers nicht gelohnt. So hätten die Ampel für diese Zeit umprogrammiert und Markierungen auf die Straße aufgebracht werden müssen.

Warum kann für eine Verkehrsentlastung nicht die Teichstraße im Abschnitt zwischen Loßberg- und Zentgrafenstraße (Punkt 2 auf der Karte) in beide Fahrtrichtungen freigegeben werden?

Diese Variante sei geprüft worden. Da die Fahrbahnseite in Fahrtrichtung Kreuzung Loßbergstraße Eigentum der KVG sei, würden dort besondere Verkehrssicherheitsbestimmungen gelten – deshalb sei sie für den Autoverkehr gesperrt. Durch die Straßenbahn- und Bushaltestelle an der Friedrich-List-Schule gebe es dort einen hohen Fahrgastwechsel.

Warum wird das Linksabbiegen von der Loßbergstraße in Richtung Berliner Brücke für die Zeit der Baustelle nicht untersagt, damit der Verkehr besser über die Kreuzung fließt?

Auch dies sei geprüft worden. Eine Alternative sei es gewesen, erst an der Raabestraße ein Abbiegen (Punkt 4) zu ermöglichen. Aber die Straße könne nicht so viele Autos aufnehmen. Zudem werde das Stauproblem nur an diese Einmündung verlagert.

Warum gibt es keine Umleitungsausschilderung?

Eine offizielle Umleitung sei an Voraussetzungen gebunden. So müssten ortsnah andere Straßen vorhanden sein, die den Verkehr inklusive Emissionen aufnehmen können. Diese Voraussetzungen erfülle keine der möglichen Alternativstrecken. Täglich rollen im Schnitt 28 500 Autos über die Loßbergstraße. Den Fahrern empfiehlt die Stadt, die Baustelle weiträumig über Wolfhager Straße oder Rasen-/ Tulpenallee zu umfahren – aber die Ziele der Autofahrer seien so verschieden, dass eine Umleitungsbeschilderung zu kompliziert sei.

Ist es nicht möglich, die Schleichwege durch Wohnsiedlungen (Punkt 3), die während der Baustelle stark genutzt werden, für den Durchgangsverkehr zu sperren?

Im Berufsverkehr sind dort 400 Autos pro Stunde unterwegs. Es gebe kein adäquates Mittel, die Fahrer daran zu hindern. Die Straßenverkehrsbehörde appelliert an die Vernunft der Fahrer und überlegt, Tafeln aufzustellen, die auf das Tempo 30 hinweisen. Man sei im Dialog mit Anwohnern.

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