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Kassel: Strom und Gas bleiben für Neukunden der Städtischen Werke teurer

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Von: Bastian Ludwig

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Teure Angelegenheit: Wer derzeit einen neuen Versorger sucht, muss tief in die Tasche greifen. Neukunden zahlen meist deutlich mehr als Bestandskunden. (Symbolbild)
Teure Angelegenheit: Wer derzeit einen neuen Versorger sucht, muss tief in die Tasche greifen. Neukunden zahlen meist deutlich mehr als Bestandskunden. (Symbolbild) © dpa

Der Energieversorger aus Kassel will von Neukunden weiter mehr Geld verlangen als von Bestandskunden. Dabei ist eine Ungleichbehandlung laut einem neuen Gerichtsurteil unzulässig.

Kassel - Der Streit um die Frage, welche Preise für Gas und Strom angemessen und zulässig sind, geht weiter. So hatte das Oberlandesgericht Frankfurt dem Frankfurter Energieversorger Mainova nun untersagt, höhere Strompreise für Neukunden in der Grundversorgung zu verlangen. Die Splittung zwischen Bestands- und Neukunden – wie sie auch bei den Städtischen Werken in Kassel aktuell Praxis ist – sei wettbewerbswidrig und verstoße gegen das Energiewirtschaftsgesetz, so die Richter.

Wie die HNA berichtete, wurden von Neukunden in der Grundversorgung zeitweise doppelt bis dreifach so hohe Abschläge verlangt. Während die Mainova ihre Neukundentarife nach dem Gerichtsbeschluss an die der Bestandskunden angepasst hat* und gleichzeitig Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegte, sehen die Städtischen Werke aktuell keinen Handlungsbedarf.

Städtische Werke in Kassel berufen sich auf „Fairness“ gegenüber Bestandskunden

Der Kasseler Energieversorger beruft sich, wie auch die Mainova, auf mehrere Landgerichtsentscheidungen, die die differenzierten Tarife als rechtmäßig beurteilt hatten. „Mehrkosten könnten demnach für die zusätzliche kurzfristige Beschaffung von Strom und Gas aufgrund der Lieferverantwortung weitergegeben werden“, argumentiert der Sprecher der Städtischen Werke.

4200 neue Strom- und 2300 neue Gaskunden, die seit Januar durch den Ausfall ihrer bisherigen Lieferanten in die Ersatzversorgung der Städtischen Werke in Kassel gefallen seien, hätten die zusätzliche Energiebeschaffung erforderlich gemacht. „Aus wirtschaftlichen Gründen war eine Preisdifferenzierung nötig, zudem war aus dem Fairness-Gedanken heraus den Bestandskunden eine Preiserhöhung nicht zuzumuten“, so der Sprecher weiter.

Übrigens hätten viele Grundversorger so reagiert. Schließlich seien diese trotz der Mehrkosten eingesprungen, als vor allem Billiganbieter in Folge der Preisturbulenzen auf dem globalen Energiemarkt die Lieferung einfach eingestellt hätten.

Ziel in Kassel: Energieversorgung zu „bestmöglichen Konditionen“

Wie lange die differenzierten Preise beibehalten werden, dazu gab es noch keine Auskunft. Ziel der Städtischen Werke bleibe es, allen Kunden die Energieversorgung zu „bestmöglichen Konditionen“ anzubieten. „Daher prüfen wir permanent die Möglichkeiten, die Grund- und Ersatzversorgungstarife für Neukunden nach unten anzupassen. Sobald eine maßgebliche Preisreduzierung möglich ist, werden wir diese umsetzen“, so der Sprecher des Kasseler Energieversorgers weiter.

Allen Kunden in der Ersatzversorgung erhielten zudem ein Tarifangebot für eine Versorgung durch die Städtischen Werke mit einer langfristigen Bindungen und günstigeren Konditionen. (Bastian Ludwig)

Bereits Anfang des Monats gab es in Kassel Ärger wegen der Strompreise der Städtischen Werke: Damals beklagten vereinzelte Kunden eine unerwartete Preiserhöhung. Sie hatten offenbar Altverträge mit „besonders günstigen Konditionen“.

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