130 Metzger aus der Region machen mit

Nordhessische Ahle-Wurst-Meisterschaft: Kassel sucht die Superwurst

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Wurst-Tester unter sich: Thomas Kaiser (von links), Fritz Kästel (Obermeister Schwalm-Eder), Dirk Landau (CDU-Landtagsabgeordneter), Alfred Hack (Ehrenobermeister Hofgeismar-Wolfhagen) und Rudi Döring (stellvertretender Landesinnungsmeister).

Kassel. Stracke, Feldkieker oder Runde, luftgetrocknet oder geräuchert: Das sind für Liebhaber der Ahlen Wurst oft Glaubensfragen. Selbst bei der Bezeichnung scheiden sich die Geister. Wurscht oder Worscht?

Kurzclip: Wurst auf einen Blick (1)

Die Lösung ist salomonisch. Bei den 1. Nordhessischen Ahle-Wurst-Meisterschaften geht es nicht um den Namen, sondern um Qualität. 130 Fleischer-Betriebe haben den Prüfern 300 Wurstproben vorgelegt. Zu weich, zu blass, zu fettig oder gar tranig? So nicht, dafür gibt es Punktabzüge. „Niemand weiß, von welchem Metzger die Würste stammen, sie haben alle nur eine Nummer“, sagt Oberprüfer Günter Stederoth (74). Der Kasseler Metzgermeister im Ruhestand (er hatte seinen Betrieb am Entenanger) hat einen wichtigen Tipp für den Hausgebrauch. Ein guter Metzger lasse die Kunden immer probieren. „Lange kauen, sich Zeit nehmen wie bei einer Weinprobe“, sagt er. Erst dann wisse man, ob die Wurst wirklich schmeckt.

In der Jury, die im Berufsbildungszentrum Hunderte von Würsten testet, sitzen nicht nur Profis aus den Fleischer-innungen Kassel, Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Hofgeismar-Wolfhagen und Hersfeld-Rotenburg. Auch Laien wie Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser und Regionalmanager Holger Schach machen mit. „Die Ahle Worscht ist ein Botschafter für Nordhessen, wir nehmen sie überall mit hin“, sagt Schach. Die Zahl der Anhänger werde immer größer.

Kein Wunder, denn wenn die Wurst handwerklich gut gemacht ist, dann schmeckt sie auch. Das Schwein muss warm oder innerhalb von einem Tag nach dem Schlachten frisch verarbeitet werden. Ob es schnell gemästet wurde oder Zeit zum Wachsen hatte, schmecke man, sagt Obermeister Werner Haas (Werra-Meißner).

Geschmack zählt

Kurzclip: Wurst auf einen Blick (2)

Überhaupt geht der Geschmack über alles. Die einen schwören auf eine ordentliche Prise Kümmel, andere auf Meersalz, die Dritten auf Senfkörner. „Jede Region hat ihre Besonderheiten“, sagt Oberprüfer Günter Stederoth. Zusammen mit den anderen Mitgliedern der Jury arbeitet er sich durch die Proben. Eine Scheibe abschneiden, reinbeißen, kauen - und dann landet die Wurst in einem Eimer. Ein Schluck Wasser, ein Biss in ein trockenes Brötchen, die nächste Wurst.

Alle Metzger, die bei der Meisterschaft mitmachen, haben Würste aus der ganz normalen Produktion zur Verfügung gestellt. „Wir wollen ja Werbung für unser Handwerk machen, da müssen die Kunden die Wurst auch im Laden kaufen können“, sagt Organisator Werner Haas.

Siegerehrung am Samstag

Beim Tag des Handwerks am Samstag, 3. September in Kassel werden die Sieger präsentiert. Um 16.30 Uhr bekommen sie auf dem Scheidemannplatz (oberhalb der Treppenstraße) ihre Urkunden.

Alle Gäste sind zum Probieren der Ahlen Wurst eingeladen. Das ist übrigens die Bezeichnung, unter der der Name als nordhessische Spezialität geschützt ist. „Wurscht, Worschd oder Worscht, alles ist möglich, es ist quasi wurscht“, sagt Günter Stederoth.

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