Märchensammler im Wasser

THW Kassel taufte Boot auf Namen der Brüder Grimm - neues Schiff für 83.000 Euro

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Bei der Taufe der Boote des Technischen Hilfswerkes: Die Kasseler THW-Helfer und der Shanty-Chor aus Landwehrhagen, der für die passende Musik zur seemännischen Tradition sorgte. Vorn links steht der Leiter des THW-Ortsverbandes Sascha Rüppel.

Kassel. Ob die Brüder Grimm vor 200 Jahren in der Fulda badeten und ob sie überhaupt schwimmen konnten, das ist nicht überliefert. Aber seit dem vergangenen Wochenende sind die Märchensammler auf der Fulda zu sehen.

Denn das Technische Hilfswerk (THW) in Kassel taufte am Samstag sein neues Boot auf den Namen „Wilhelm Grimm“.

Finanziert hatte das 83 000 Euro teuere Mehrzweckarbeitsboot der Bund. Auch zwei weitere Boote des THW erhielten bei der Gelegenheit erstmals Namen: „Jacob Grimm“ und „Blue Sky“.

Die Namen sind Resultat einer Auslosung von Vorschlägen der THW-Helfer. Mit einer feierlichen Zeremonie samt Gottesdienst, dem Shanty-Chor Landwehrhagen, Sekttaufe und Salutschüssen des Yacht Clubs Kassel wurde auf dem Gelände des Feuerwehrvereins an der Giesenallee das neue Boot in Dienst gestellt.

Das in einer Rostocker Werft gebaute Boot wurde benötigt, weil das THW in Kassel nicht mehr für die Pontons zuständig ist. Diese Schwimmbrücken sind eigentlich für Hochwassereinsätze gedacht, den Kasselern waren sie aber vor allem durch die vergangene documenta und den Hessentag bekannt. Bei der Weltkunstschau waren sie Teil des Kunstwerkes „Mangoldfähre“ im Auepark und beim Hessentag nutzten Tausende Gäste die Schwimmbrücke, um vom Buga-Gelände auf die andere Fuldaseite zu gelangen.

Während die Pontons nun in Saarbrücken stationiert sind, verfügen die 42 aktiven Helfer des THW Kassel jetzt über insgesamt vier Boote, die für die Bergung von Menschen, Tieren sowie Hab und Gut geeignet sind – eines hatte bereits einen Namen.

Erst im Mai und Juni 2013 waren Kassels THW-Helfer an der Werra im Hochwassereinsatz. Dafür wurden am Samstag zwölf der Helfer vom Land und vom Bund ausgezeichnet. Ob das Kasseler THW auch wegen des aktuellen Hochwassers auf dem Balkan noch zum Einsatz kommt, sei noch unklar, sagte Sascha Rüppel, Leiter des Ortsverbandes.

Um für derartige Aufgaben gerüstet zu sein, gab es am Ende der Zeremonie noch einen Taufsegen für jedes Boot. Dieser wurde von den drei Taufpatinnen, der Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck, der Stadträtin Brigitte Bergholter und der ehemaligen Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, gesprochen.

Sie beschworen den Wassergott Neptun und die rothaarige Gottschalck erzählte, dass in England Frauen mit dieser Haarfarbe unter keinen Umständen Boote taufen dürften. Dies bringe Unheil. Na gut, dass Gottschalck nicht das neue Boot getauft hat, mag da manch Anwesender gedacht haben.

Ehrungen

Die Kasseler THW-Helfer waren vergangenes Jahr 1791 Stunden beim Werra-Hochwasser im Fluthilfeeinsatz. Einsatzgebiete waren Witzenhausen und Bad Hersfeld. Dafür erhielten nun folgende zwölf Helfer eine Anerkennungsurkunde des Landes Hessen und eine Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“ des Bundes: Victor Becker, Sascha Rüppel, Maximilian Dreisvogt, Daniela Fehling, Christopher Ludwig, Peter Ludwig, Falko Hohmann, Sebastian Kuhne, Jeanette Keil, Ronny Raupach, Daniel Vogt und Tobias Walter.

Von Bastian Ludwig

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