Turm blinkt nicht mehr

Kassel: Technik an Sendemast auf dem Essigberg wird repariert

Der Sendemast auf dem Essigberg im Habichtswald bei Kassel in verschneiter Landschaft.
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Hoch gelegen: Der Sendemast auf dem Essigberg im Habichtswald steht dort seit 1976. Das markante Blinklicht, das man normalerweise nachts sehen kann, funktioniert derzeit nicht.

Normalerweise erkennt man den Fernsehturm auf dem Essigberg bei Kassel an dem roten Blinklicht, wenn es dunkel wird. In den vergangenen Tagen war das allerdings nicht der Fall.

Kassel/Habichtswald – HNA-Leser Thomas Halberstadt aus Habichtswald-Dörnberg hat uns darauf hingewiesen. Er hat einen besonderen Bezug zu dem Fernsehturm. Auf der einen Seite hat er ihn seit Jahr und Tag vom Wohnzimmerfenster aus im Blick. Doch auch für seinen Sohn Jonas spielt der Sendemast eine große Rolle. Wenn der Dreijährige gar nicht einschlafen kann, fährt der Papa mit ihm eine Runde im Auto zum Essigberg hoch.

Dann gucken die beiden kurz den Blinklichtern zu, auf dem Rückweg schläft der Filius dann ganz entspannt ein. Derzeit ist dieses Ritual nicht möglich. Das bestätigt der Betreiber des 186 Meter hohen Sendemasten, die Deutsche Funkturm GmbH mit Sitz in Münster. Das Tochterunternehmen der Telekom betreut Tausende von größeren und kleineren Sendeeinrichtungen. Bei dem Mast im Habichtswald sei das Blinklicht wegen eines technischen Defekts derzeit außer Betrieb. Die Reparatur solle möglichst schnell erfolgen, so die Auskunft.

Der Turm ist 1976 in Betrieb gegangen und wird unter anderem vom Hessischen Rundfunk sowie von Hitradio FFH und für Mobilfunk genutzt. Er steht auf einem der höchsten Punkte im Habichtswald, 700 Meter von der geografischen Grenze zur Stadt Kassel entfernt. Ist es eigentlich gefährlich, wenn so ein Turm nachts nicht beleuchtet ist? Diese Frage haben wir dem erfahrenen Piloten Herbert Lindenborn (70) gestellt, der zufällig auch in Habichtswald-Dörnberg wohnt. Er verweist auf das Informationssystem „Notam“ (notice to airmen), das alle Piloten vor einem Flug aufrufen. Dort sei die Störung beim Blinklicht des Sendemasts vermerkt.

Erfahrener Pilot: Herbert Lindenborn sieht durch den Ausfall des Blinklichts des Fernsehturms auf dem Essigberg keine erhöhte Gefahr.

„Für die Sicherheit im Luftraum ist das kein Problem“, sagt er. Auch nicht für Flugzeuge, die den Airport Kassel in Calden ansteuern. In Norddeutschland seien viele Blinklichter von großen Windkraftanlagen bereits weitgehend abgeschaltet worden. Lediglich wenn das Radar eines niedrig fliegenden Flugzeuges die Anlagen orte, gebe es über den Transponder ein Signal und die Beleuchtung werde aktiviert. Da die Piloten informiert sind, sei es nicht wirklich schlimm, dass das Blinklicht auf dem Essigberg momentan nicht funktioniert.

Mindestens zwei Menschen freuen sich aber darauf, wenn man es wieder sieht: Thomas Halberstadt und sein Sohn Jonas, denen der leuchtende Mast normalerweise eine entspannte Nachtruhe beschert. Aber vielleicht nutzen sie ja auch die Zeit bis zur Reparatur am Funkturm und üben eine neue Einschlafroutine ein. (Thomas Siemon)

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