Fest in Wau-Mau-Insel an der Schenkebier Stanne lockte viele Besucher

Wau-Mau-Insel: 300 Tiere suchen Zuhause

Zwei- und vierbeinige Festbesucher: Petra Metzler, Tierheim-Mitarbeiterin Petra Hollstein und Jutta Peppermüller, im Hintergrund Birgit Haldorn am Informationsstand des Tierheims.

Kassel. Im Katzenhaus drücken sich Sarah und Letitia ihre Nasen an der Glastür platt. Gern würden die beiden Mädchen die dunkle Langhaarkatze Pandora, die sie dahinter sehen können, streicheln. Doch die Türen bleiben während des Tierheimfestes in der Wau-Mau-Insel an der Schenkebier Stanne verschlossen. „Für die Tiere bedeuten die vielen Besucher Stress“, erklärt Marion Puzik, Leiterin der Katzenstation.

So konnten die Hunderte von Besuchern, die am Wochenende zum Tierheim-Fest gekommen waren, die „Insel-Bewohner“ ausnahmsweise nur von außen betrachten. Auf dem Gelände gab es dafür jede Menge Angebote, Informationsstände und Programme, die das Team um Tierheimleiter Karsten Plücker vorbereitet hatte. Dicht umringt waren neben Kuchen- und Bratwurststand beispielsweise der Flohmarkt und die Tombola.

Kapazitäten überschritten

Stellvertretend für alle Heimbewohner präsentierte Plücker den Besuchern einige Hunde, die ein neues Zuhause suchen, darunter Terriermischling Miro, ein ehemaliger Streuner, der vermutlich ausgesetzt wurde, erzählte der Tierheimleiter. Mit über 100 Hunden, 110 Katzen und 80 Kleintieren seien die Kapazitäten im Heim überschritten. Neue Tiere könne man momentan nicht aufnehmen, für Fundtiere gebe es Wartelisten. „Wir hoffen, dass die Vermittlungen bald steigen.“ Ein Problem sei zudem, dass es in Nordhessen keine Auffangstation für Wildtiere oder Reptilien gebe. In seinem Heim könne er diese Tiere nicht aufnehmen. „Da muss sich langfristig was ändern“, sagte Plücker. Am Herzen liegt den Tierfreunden der Umgang der Menschen mit den Tieren. „Alles, was wertvoll ist, wird meistens gut behandelt“, sagte der Tierheimleiter. Anders sehe es bei kleinen Tieren wie Hamstern, Kaninchen und Meerschweinchen aus, die nicht selten als eine Art „Wegwerftiere“ betrachtet würden. Dem Schutz der Nager haben sich daher die zwölf Mitglieder der Initiative „Kaninchen- und Meerschweinchenfreunde Kassel“ angenommen. Beim Tierheimfest informierte Gudrun Reimann von der Initiative über die artgerechte Haltung und Pflege der kleinen Haustiere. „Uns ist wichtig, dass die Leute begreifen, dass Kaninchen und Meerschweinchen keine Kuscheltiere sind“, sagte sie.

Aus Ahnatal waren Renate Rudolff und Elke Kaufhold gekommen. „Ich habe drei Hunde, eine Katze und einen Papagei, alle aus dem Tierheim“, erzählte Kaufhold. Die beiden Frauen gehören zu den vielen Spendern aus der Stadt und der Umgebung, die die Tierheim-Arbeit unterstützen: „Ohne die Spenden wäre vieles nicht möglich“, sagte Plücker.

Infos im Internet:

www.wau-mau-insel.de

Von Monika Puchta

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