Kritiker demonstrierten auf der Schwanenwiese

Tiere des Zirkus Knie in gutem Zustand: Amt hat keine Mängel festgestellt

Pappgiraffe an der Leine: Die Organisatorinnen der Demonstration Anne Limpert (links) und Jessica Schlechter vor den Teilnehmern an der Kasseler Schwanenwiese. Foto: Quanz

Kassel. Das Kasseler Amt für Tierschutz hat den derzeit in Kassel gastierenden Zirkus Knie untersucht: Man habe bei dieser ersten Überprüfung keine tierschutzrelevanten Verstöße festgestellt.

Alle Tiere seien in einem guten Nähr- und Pflegezustand, ihre Ausläufe seien groß genug, teilte die Stadt gestern gegenüber der HNA mit. Eine Hauptüberprüfung stehe noch aus. Dennoch sieht sich der Zirkus weiter Kritik ausgesetzt: 70 Demonstranten hatten sich gestern Nachmittag an der Schwanenwiese versammelt und gegen die Haltung von Tieren in Zirkussen demonstriert. „Im Zirkus müssen Tiere unter Zwang agieren“, sagte Jessica Schlechter. Die 28-Jährige aus Kassel hatte zusammen mit ihrer Freundin Anne Limpert die Demonstration angemeldet. Sie lehne generell Tiershows in Zirkussen ab.

Zirkus Knie gastiert in Kassel

Karl-Heinz Libera pflichtete ihr bei: „Die Tiere können wir alle in Dokumentationen im Fernsehen sehen.“ Niemand brauche in heutiger Zeit mehr einen Zirkus, sagte der 60-Jährige aus Hofgeismar. Noch drastischer drückte es Svetlana Menger aus: „Tiershows sind eine Schande für unsere Gesellschaft.“ Ein Bild von der Tierhaltung des Zirkus Charles Knie in Kassel habe sie sich nicht gemacht. „Ich muss da nicht hin“, sagte sie.

Der 16-jährige Lukas Fülling hatte sich im Internet informiert und sich Videos von der Tierhaltung in Zirkussen angesehen. „Die Tiere haben in ihren Gehegen zu wenig Platz“, sagte der 16-Jährige. Selbst wenn der Zirkus Knie die Mindestvoraussetzungen erfülle, könne von artgerechter Haltung keine Rede sein.

Kritik kommt auch von der Stiftung Vier Pfoten. Sie widerspricht der Darstellung des Zirkus-Sprechers Sascha Grodotzki, dass das Verfahren gegen den Zirkus Knie eingestellt sei. „Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg laufen noch“, sagte Kampagnenleiterin Martina Stephany.

Fotos: Demo gegen den Zirkus Knie

Kassel: Demo gegen den Zirkus Knie

Auch aufgrund von Sabotageakten Unbekannter, die Plakate des Zirkus zerstörten und diesem Tierquälerei vorwarfen, bemühen sich die Veranstalter um Transparenz: Der Zirkus lud Journalisten ein, sich ein Bild von der Tierhaltung zu machen. Angekettete Elefanten bekamen Pressevertreter nicht zu sehen. Beängstigende Zustände waren augenscheinlich auch nicht auszumachen. Besucher können sich in den kommenden Tagen bei sogenannten Tierschauen selbst ein Bild von der Unterbringung der Tiere machen: Bis einschließlich Dienstag, 23. Oktober, lädt der Zirkus zu Vorführungen ein.

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