Trickskifahrer Horst Velke trickst auf Piste am Hohen Gras

Kassel. Ein paar Haxenbrecher, ein eingekratzter Walzer und dann mit Tempo ein Sprung über die Buckelschanze: Das ist nur eine der Varianten, wie Horst Velke die Piste am Hohen Gras absolviert.

Der 66-Jährige aus Wolfsanger ist an Kassels Hausberg mit seinen Trickski-Künsten bekannt wie ein bunter Hund. Wenn er die Ski-Enden in den Schnee rammt und in der Luft das Gleichgewicht hält, ist er auch immer wieder ein beliebtes Motiv für Fotografen.

Horst Velke

Mit Haxenbrecher (Überkreuzen der Beine) und eingekratztem Walzer (das Pisten-Pendant zum Tanzschritt) dient er jüngeren Skifahrern zudem gern als Vorbild. „Wenn die mich sehen, versuchen sie es nachzumachen und liegen alle auf der Schnauze“, sagt Velke und schiebt einen seiner charakteristischen Lacher nach.

„He-he-he“, amüsiert sich der agile Rentner, der selbst im Lift noch Faxen machen muss. Nur hochziehen lassen wäre ja langweilig, wenigstens ein wenig wedeln muss sein. Von Kindesbeinen an ist Horst Velke, der zu der bekannten Kasseler Friseurfamilie gehört, leidenschaftlicher Skifahrer. Das erste Paar – noch aus Holz – kaufte Vater Karl-Heinz dem damals Siebenjährigen 1954 an der Löwenburg. Die Mutter eines augenscheinlich unmotivierten Spösslings tauschte die Holzskier für eine Dauerwelle im Salon Velke ein.

Horst Velke

Auch Horst Velke wollte eigentlich in den Traditionsberuf in der Familie einsteigen. „Aber das war nichts für mich, immer an den Köppen rumzumachen“, sagt er. Stattdessen ließ er sich bei der damaligen Firma Kajulä zum Sportartikelkaufmann ausbilden, gab Ski- und Tennisunterricht unter anderem bei der Bundeswehr, führte mehrere Jahre eine Modeboutique neben dem Salon Velke an der Kölnischen Straße, arbeitete dann im Sportzentrum Campus Wolfsanger und gründete schließlich eine mobile Tennisschule.

Auch seine sportlichen Interessen sind weitgefächert: Angefangen vom Turmspringen im Auebad über Eishockey, Schlittschuhlaufen, Handball und Badminton – bis zu Tennis und Golf, was der 66-Jährige bis heute mit Leidenschaft und Können ausübt. Im Winter aber zieht es ihn aber immer wieder auf die Piste. Das Reizvolle am Trickski-Fahren sei dabei „das Verrückte“, sagt Velke. Ihm mache es Spaß, die Tricks so zu beherrschen, dass es auch andere fasziniere.

Seine zweieinhalbjährige Enkelin Juli beginnt der 66-Jährige ebenfalls schon ans Skifahren heranzuführen. Auch so eine Familientradition. „Bei uns fahren alle Ski“, sagt der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder. Der Renter will weiter seine Tricks am Hohen Gras machen, solange er kann. „Ich fühle mich eigentlich noch wie 35.“ Neue Nummern entwickele er allerdings nicht mehr. „Mit 66 macht man das, was man kann.“ Schließlich will er sich nicht doch noch die Haxen brechen bei seinem außergewöhnlichen Hobby.

Von Katja Rudolph

Rubriklistenbild: © Rudolph

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