Studenten suchen vor allem kleine Apartment

Kassel: Trotz Uni-Rekord keine Wohnungsnot

Kassel. 21 500 Studierende zählt die Universität Kassel seit Beginn des Wintersemesters, 4771 davon sind neu an der Hochschule aufgenommen worden. Entsprechend groß ist momentan die Nachfrage nach studentischem Wohnraum.

Nach Einschätzung des Studentenwerks gibt es in Kassel zwar keine Wohnungsnot. „Wer sich ein wenig Zeit zum Suchen nimmt und keine Sonderwünsche hat, findet in der Regel innerhalb weniger Tage etwas“, sagt Michael Fuchs, Leiter der Abteilung Studentisches Wohnen. Für Studierende, die derzeit noch keine Wohnung haben, ist aber in einem Studentenwohnheim an der Mönchebergstraße eine Notunterkunft eingerichtet worden.

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Seit dem Semesterbeginn in dieser Woche sind die Übergangsschlafstätten gut nachgefragt. Auch die großen Wohnungsbaugesellschaften spüren die steigende Nachfrage zum Semesterbeginn. „Vor allem kleine, preiswerte Wohnungen in Uni-Nähe stehen hoch im Kurs“, sagt Peter Ley von der GWG (Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft). In den vergangenen Monaten habe man 100 von 120 studentischen Interessenten bedienen können. Die GWH (Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen) bedauert, momentan kaum kleine Wohnungen für Studierende frei zu haben. (rud)

Notbett nur kurz nötig

Studentenwerk vermittelt bei Wohnungssuche und hilft in der Not mit Obdach aus

Beim Studentenwerk der Uni Kassel geht es in diesen Tagen zu wie im Taubenschlag. Die Studierenden geben sich die Klinke in die Hand, das Telefon klingelt fast ohne Unterlass. Mit dem Semesterbeginn hat auch die Wohnungssuche Hochkonjunktur. Gefragt sind nicht nur die Vermittlungsangebote, sondern seit einigen Tagen auch die Notunterkünfte des Studentenwerks.

Sieben Betten für Frauen, sieben für Männer stehen in den benachbarten Wohnheimen an der Möncheberg- und der Moritzstraße zur Verfügung. Dort können Studierende, die noch kein Obdach gefunden haben, für zehn Euro übernachten. Sonja Fielenbach (23) und ihr Freund Matthew Foremann aus den USA (24) haben das Angebot gern genutzt. „Sonst hätten wir im Auto schlafen müssen.“ Nach einer Nacht im Schlafsaal konnte das Pärchen aber bereits die eigenen vier Wände beziehen: Die beiden angehenden Kasseler Master-Studenten haben in Harleshausen ein möbliertes kleines Haus günstig zur Miete gefunden.

Vermittelt über die Wohnungsbörse des Studentenwerks. „Wir waren überrascht, wie schnell wir fündig geworden sind“, sagt Sonja Fielenbach. „Und wir hätten sogar in Uni-Nähe etwas haben können.“ 730 Wohnungsbesichtigungen sind im September über das Studentenwerk bei privaten Vermietern zustande gekommen. 164 Objekte wurden vermittelt, berichtet Michael Fuchs, Leiter des Bereichs Studentisches Wohnen beim Studentenwerk. Im Oktober gab es bisher 218 Besichtigungen und 55 erfolgreiche Vermittlungen. 60 Objekte hat das Studentenwerk noch im Angebot.

Die 1007 Wohnheimplätze hingegen sind schon vergeben. Wie üblich sei etwa ein Drittel der Plätze zum Wintersemester frei geworden. Um die Nachbelegung muss sich Fuchs keine Gedanken machen. Selbst jetzt stehen noch 860 Namen auf der Warteliste - falls noch jemand abspringen sollte, gäbe es genug Interessenten. Im kommenden Frühjahr sollen 24 neue Wohnheimplätze an der Adolfstraße entstehen, 2013 ist die Eröffnung eines Wohnheims auf dem Campus Nord mit 150 Plätzen geplant. Derzeit leben 4,6 Prozent der Studierenden in Wohnheimen.

Auch wenn kein Student unter der Brücke schlafen muss: Der Ansturm auf die Hochschule, die mit 21 500 Studierenden einen Höchststand erreicht hat, ist beim Studentenwerk spürbar. Die Nachfrage nach Wohnheimplätzen und Vermittlung privaten Wohnraums sei gestiegen. „Gerade während unserer Samstagsöffnung am 1. Oktober war der Andrang noch größer als im Vorjahr“, sagt Kirsten Fromm, Mitarbeiterin der Infostelle i-punkt. Neben den Notunterkünften hat das Studentenwerk auch Adressen von günstigen Hotels in Uni-Nähe für Studierende parat.

In der Pension „Schlafen bei Thiele“ an der Jägerstraße können sie für 25 statt 30 Euro übernachten. Angehende Studenten auf Wohnungssuche, ob mit oder ohne Eltern, stehen im Moment häufig auf der Gästeliste, berichtet Pensionschefin Ande Thiele. (rud)

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