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Bekanntes Unternehmen baut neue Konzernzentrale am Hauptbahnhof trotz Ukraine-Krieg

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Von: Bastian Ludwig

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Trotz des Ukraine-Krieges hält der Kasseler Ferngasnetzbetreiber Gascade an seinen Plänen für eine neue Konzernzentrale fest.

Kassel - Der Kasseler Ferngasnetzbetreiber Gascade ist durch den Ukraine-Krieg unmittelbar betroffen. Nicht nur wegen der Unsicherheiten in Bezug auf die Gasversorgung aus Russland. Die Gazprom Germania, wo seit Anfang April die Bundesnetzagentur als Treuhänderin das Sagen hat, hält auch eine Minderheitsbeteiligung an Gascade. Trotz dieser Entwicklungen hält das Gastransportunternehmen an seinen Plänen für eine neue Konzernzentrale am Kasseler Hauptbahnhof fest.

Bereits Ende 2021 war das architektonische Wettbewerbsverfahren für den Neubau abgeschlossen worden. Er soll bis 2025 unmittelbar neben dem Fraunhofer-Institut entstehen. Gewinner des Wettbewerbs war das Architekturbüro Störmer Murphy and Partners aus Hamburg, das nun auch als Generalplaner beauftragt werden soll.

Bereits im Juni wird mit vorbereitenden Arbeiten auf dem Baufeld begonnen. Weil sich dieses auf dem Areal des früheren Güterbahnhofes befindet, der im Zweiten Weltkrieg Ziel von Bombern war, müssen zunächst Untersuchungen des Bodens stattfinden. Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) des Landes Hessen gehe von Blindgängern in diesem Bereich aus, so eine Gascade-Sprecherin. Deshalb sei bereits ein Fachingenieur zur Erarbeitung eines Sondierungs- und Kampfmittelräumkonzeptes beauftragt worden.

Kassel Hauptbahnhof: Ferngasnetzbetreiber Gascade baut auf 16.500-Quadratmeter-Areal

Der Zeitplan sieht vor, dass die Sondierungen auf dem 16.560 Quadratmeter großem Areal – das entspricht etwa zweieinhalb Fußballfeldern – Ende des Jahres abgeschlossen sind. „Der Verlauf der Arbeiten ist natürlich von den Überraschungen abhängig“, so die Sprecherin. Beim benachbarten Bau des Fraunhofer-Institutes war die Suche nach Blindgängern weitaus zeit- und kostenaufwendiger als von den Bauherren ursprünglich gedacht.

So soll sie aussehen: Die neue Gascade-Zentrale am Hauptbahnhof soll bis 2025 fertig sein. Sie entsteht direkt neben dem Neubau von Fraunhofer, der gerade fertiggestellt wurde. Illustration: Störmer Murphy and Partners
So soll sie aussehen: Die neue Gascade-Zentrale am Hauptbahnhof soll bis 2025 fertig sein. Sie entsteht direkt neben dem Neubau von Fraunhofer, der gerade fertiggestellt wurde. © Illustration: Störmer Murphy and Partners

Der Neubau der Zentrale soll mindestens 350 Mitarbeitern Platz bieten. Er wird erforderlich, weil der bisherige Standort an der Kölnischen Straße zu klein geworden war. Gascade ist dort seit zehn Jahren Mieter von Büroflächen beim Versicherer im Raum der Kirchen (früher Bruderhilfe) und hat zudem weitere kleinere Standorte im Stadtgebiet. Alle Mitarbeiter sollen ab 2025 in der Zentrale vereint werden. Zu den Investitionskosten äußert sich Gascade nicht.

Gascade-Neubau am Hauptbahnhof Kassel: Konkrete Auswirkungen von Ukraine-Krieg bleiben unklar

Zur Frage, welche Risiken für Gascade durch den Ukraine-Krieg entstehen, bleibt die Sprecherin noch etwas vage: „Wir sind tief betroffen über die Ereignisse. Der Krieg hat uns als Unternehmen, das geprägt ist von einer langjährigen Zusammenarbeit mit russischen Partnern, in besonderer Weise entsetzt. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen haben Familie und Freunde in der Ukraine und in Russland. Aktuell beobachten wir die Entwicklungen sehr aufmerksam, denn das Thema Gasversorgung ist in besonderem Fokus und wir übernehmen einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.“

Derzeit arbeiten ungefähr 450 Menschen für die Gascade, davon 330 im Firmenhauptsitz in Kassel. (Bastian Ludwig)

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