Große Logistikflächen nahezu komplett belegt

In Kassel und Umland wird es eng - Investoren müssen ausweichen

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Lückenschluss: Derzeit entsteht zwischen A  7 (unten) und A  44 (links) und neben SMA die neue Rudolph-Logistikhalle. Darunter ist auf unserer Illustration eine zweite Halle zu sehen, die bald folgen soll. Oben links ist die Fulda, davor Fuldabrück-Bergshausen.

kassel. Lange Zeit wurde Regionalmanager Holger Schach ob seines Einsatzes für die Ausweitung der Logistik-Aktivitäten in der Region belächelt. In der Region gebe es zu viele dafür ausgewiesene Flächen. Die würden niemals voll, meinten die Kritiker. Heute werden sie Lügen gestraft.

Denn sowohl im Großraum Kassel als auch rund um Bad Hersfeld sind die großen Logistikflächen nahezu komplett belegt. Ausweichmöglichkeiten bestehen lediglich in Homberg und Neuenstein an der A 7, in Breuna und Diemelstadt an der A 44, in Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) an der A 7 und A 38 sowie künftig auch auf dem alten Flughafen Kassel-Calden, der derzeit in ein Gewerbegebiet umgewidmet wird.

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Sollte der Logistik-Boom weiter anhalten, werden Immobilien-Entwickler wie Gazeley und Co. früher oder später auch diese Standorte ins Visier nehmen müssen. Und dass die Boom-Branche Logistik weiter wächst, daran hat Schach keinen Zweifel. „Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen“, sagte er im Gespräch mit der HNA.

Nach seinen Berechnungen sind in den vergangenen zehn Jahren in der Region 8000 neue Jobs in der Logistikbranche entstanden, das Investitionsvolumen liegt bei 3,5 Milliarden Euro. Gründe für die Attraktivität Kassels und Nordhessens sind die geografische Lage der Region in der Mitte Deutschlands und Europas sowie die hervorragende Anbindung ans Fernstraßen- und Schienennetz. Mittlerweile ist Kassel samt Umland die Logistik-Drehscheibe schlechthin. Kaum ein Großer in der Branche ist noch nicht hier.

Motoren der Entwicklung der vergangenen Jahre sind vor allem Volkswagen und Amazon. Letzterer, der weltgrößte Versandhändler, hat sich im Raum Bad Hersfeld ausgebreitet und wächst weiter. Und Volkswagen braucht immer größere Lager- und Umschlagflächen, weil das Original Teile Center in Baunatal – das weltweit zentrale Teilelager des Konzerns – stetig expandiert. Grund dafür ist die aggressive Modellpolitik des Wolfsburger Autobauers. Denn mit jedem neuen Modell kommen je nach Größe 3000 bis 6000 neue Teile auf den Markt, die in großen Mengen vorgehalten und ausgeliefert werden müssen.

Das Güterverkehrszentrum auf dem Gebiet der Stadt Kassel sowie der Gemeinde Fuldabrück und Lohfelden hat in den vergangenen sechs Jahren insbesondere durch Gazeley, Volkswagen und SMA eine rasante Entwicklung genommen. Das gilt auch für das Familienunternehmen Rudolph mit seinen 2500 Beschäftigten. Mittlerweile betreibt der Baunataler Logistik-Spezialist 36 Standorte in Deutschland, Europa und auf der Arabischen Halbinsel.

Von José Pinto

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