Prozess wegen Volksverhetzung wird neu aufgerollt

Uni-Professor aus Kassel wegen Volksverhetzung vor Gericht - Kutschera provoziert weiter

Uni-Professor Ulrich Kutschera hält im Kasseler Amtsgericht ein Buch in die Kamera
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Uni-Professor aus Kassel wegen Volksverhetzung vor Gericht - Kutschera provoziert weiter 

Ein Uni-Professor aus Kassel muss erneut auf der Anklagebank Platz nehmen: Ihm wird Volksverhetzung vorgeworfen.

Kassel – Während vor dem Kasseler Amtsgericht gestern bis zu 50 Studenten demonstrierten, musste sich drinnen Prof. Ulrich Kutschera, Inhaber eines Lehrstuhls an der Universität Kassel, wegen des Verdachts der Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung sowie wegen Fahrerflucht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Kassel wirft dem 65-jährigen Biologen unter anderem vor, im Juli 2017 gegenüber dem österreichischen Internetportal kath.net unter dem Vorwand angeblicher „biowissenschaftlicher Fakten��� homosexuellen Personen eine grundsätzliche Neigung zum sexuellen Missbrauch von Kindern unterstellt zu haben. Das Interview hatte Kutschera anlässlich des Gesetzesentwurfs zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland gegeben.

Dort bezeichnete er „Homo-Paare“ als „sterile, asexuelle Erotik-Duos ohne Reproduktions-Potenzial“. In gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebende Kinder bezeichnete er als „bemitleidenswerte Befruchtungs-Produkte“, deren Erziehung durch „widernatürliche Früh-Sexualisierung“ in Form „geistiger Vergewaltigung“ erfolge. „Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann beziehungsweise Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen“, führte er aus.

Kutschera hatte am Vormittag mit einem Lächeln das Gerichtsgebäude betreten und gab bereitwillig Interviews, in denen er ankündigte, notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht zu ziehen, wenn er in den vorigen Instanzen unterliege. In die Kameras sagte der Biologe auch Sätze wie „Mann und Frau unterscheiden sich wie Mensch und Schimpanse“ und „Ich bin der Anwalt unserer deutschen Kinder“.

Im Gerichtssaal ließ er über seinen Verteidiger Markus Sittig erklären, dass die Staatsanwaltschaft die Zitate aus dem Interview aus dem ursprünglichen Kontext herausgenommen habe. Bei all seinen Äußerungen sei es ihm immer nur um den Schutz von Kindern gegangen. „Kinder haben das natürliche Recht auf Mutter und Vater.“ (Ulrike Pflüger-Scherb)

Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren

Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren
Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren © Fischer, Andreas
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Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren
Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren © Fischer, Andreas
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Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren © Fischer, Andreas
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Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren
Uni-Professor wegen Volksverhetzung vor Gericht - Studenten demonstrieren © Fischer, Andreas

Hintergrund

Die Verhandlung vor dem Kasseler Amtsgericht ist eine Neuauflage des ersten Prozesses gegen Prof. Ulrich Kutschera. Im vergangenen Juni war ein erster Prozess gegen den Biologen nach einem Verhandlungstag geplatzt, weil kein fristgerechter Fortsetzungstermin gefunden werden konnte. Nun muss das Verfahren gegen den nicht nur in Kassel umstrittenen Professor von vorne beginnen. Alle Aussagen vom vergangenen Jahr dürfen nicht mehr verwendet werden.

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