Prozess am Landgericht

Er wollte seinen Vater mit einer Scherbe töten: 26-jähriger Kasseler war nicht zu bändigen

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Blick in einen Saal des Landgerichts in Kassel.

Weil er seinen Vater mit der Scherbe aus einer zerschlagenen Türscheibe töten wollte, steht ein 26-jähriger Kasseler vor der 6. Strafkammer des Landgerichts.

In dem Sicherungsverfahren geht es darum, ob der an paranoider Schizophrenie leidende Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und ob er dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen werden muss.

Laut Staatsanwältin Riester hat sich das dramatische Geschehen in einer Wohnung im Stadtteil Forstfeld abgespielt, die von Vater und Sohn gemeinsam bewohnt wird.

Streit zwischen Vater und Sohn eskaliert

Bei einem Streit gegen 14 Uhr am 4. Februar dieses Jahres hatte der Beschuldigte nach Schilderung der Anklägerin zunächst mit den Fäusten auf Kopf und Oberkörper des Vaters eingeschlagen. Als eine anwesende Frau eingriff und den 26-Jährigen zurückdrängte, nutzte der Vater den Moment, floh ins Nachbarzimmer und stellte einen Stuhl unter die Türklinke.

Der Beschuldigte zertrat daraufhin die Türscheibe, nahm eine Scherbe zur Hand und führte damit mehrere Stiche Richtung Kopf, Hals und Oberkörper des Vaters, der dabei zahlreiche Schnittverletzungen davontrug.

Polizeibeamte konnten den 26-Jährigen kaum bändigen

„Der Beschuldigte hat billigend in Kauf genommen, dass sein Vater dabei getötet wird“, sagte Staatsanwältin Riester. Die Frau hatte inzwischen die Polizei alarmiert, vier Polizisten stürmten die Wohnung, konnten den rasenden Sohn aber trotz Schlagstockeinsatz kaum bändigen.

Nur mit Mühe konnten dem 26-Jährigen schließlich Handfesseln angelegt werden. Er wurde zur Behandlung ins Rot-Kreuz-Krankenhaus gebracht, wo erst einmal Ruhe einkehrte. Mit der war es allerdings gegen 3.40 Uhr schon wieder vorbei. Da nämlich sprang der Beschuldigte aus dem Bett und stürzte sich auf die beiden Polizisten, die zu seiner Bewachung abgestellt worden waren.

Ein Beamter wurde von dem 26-Jährigen niedergeschlagen

Nachdem er den ersten Beamten niedergeschlagen hatte, setzte der zweite Pfefferspray ein, was den Mann aber nicht bremsen konnte. Erneut ging eine Glastür zu Bruch.

Dann stürzte sich der sehr korpulente Beschuldigte auf den Beamten und brachte ihn zu Boden, bevor er schließlich erneut mit Handschellen fixiert werden konnte. Bei dem Kampf erlitten die beiden Polizisten Verletzungen.

Der Beschuldigte, der gestern der Staatsanwältin ruhig und aufmerksam zuhörte, habe im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt, erklärte Riester.

Weil von ihm weitere Taten zu erwarten seien, gehe von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit aus, was die Einweisung in die Forensische Psychiatrie erforderlich machen könnte. Seit der Tat ist der Mann bereits im Krankenhaus von Haina untergebracht.

26-Jährige will sich zu den Taten äußern

Er kündigte an, sich am nächsten Verhandlungstag zu den Ereignissen äußeren zu wollen. Das Verfahren wird am Montag, 11. November, fortgesetzt. Bis zum Urteil am 28. November sind insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt.

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