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Kassel: Verspätungen und Ausfälle sind derzeit Alltag bei der KVG

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Von: Thomas Siemon

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Verspätungen und Ausfälle sind derzeit Alltag bei der KVG: Unser
Einige Fahrgäste zeigen sich verärgert, weil sie aktuelle Informationen vermissen. Hier im Bild ist die zentrale Haltestelle am Königsplatz.  © zeigt die zentrale Haltestelle am Königsplatz. ArchivFoto: Dieter chachtschneider

Die KVG kämpft derzeit mit einem hohen Krankenstand. Die Folge: Zahlreiche Verspätungen und Ausfälle bei Bussen und Bahnen.

Kassel – Die Fahrplanauskunft über die App des Nordhessischen Verkehrsverbundes klang gut. Von der Haltestelle Marbachshöhe bis zur Opel-Werkstatt in Waldau an der Haltestelle Ikea sollte es 40 Minuten dauern. Start mit der Linie 3, zweimal umsteigen und dann die letzte Etappe mit dem Bus der Linie 10. Daraus wurde eine Irrfahrt mit einer Stunde Verspätung. Denn die angekündigte Bahn der Linie 3 kam ebenso wie alle Bahnen der Linie 7 nicht. Darüber konnte man sich aber erst an der Haltestelle informieren.

Das ist im Moment Alltag. Diese Erfahrung hat auch HNA-Lesserin Marijana Rajic gemacht. Die wohnt in Wolfanger und war teilweise völlig abgehängt. Denn die Linie 7 der KVG fuhr gar nicht. Teilweise gab es einen Busersatzverkehr. Allerdings nicht, als Marijana Rajic zusammen mit ihrer Tochter an der Haltestelle ankam. Sie erinnerte sich noch an einen Artikel Ende Juni in der HNA. Schon damals hatte die KVG angekündigt, dass Fahrgäste wegen Personalknappheit mit Ausfällen rechnen müssten.

„Wie in dem Artikel geraten, informieren wir uns immer in der App“, schreibt die relmäßige KVG-Nutzerin. Von Ausfällen bei der Linie 7 habe da nichts gestanden. Erst an der Haltestelle habe man auf der elektronischen Anzeigentafel lesen können, dass alle Fahrten dieser Linie ausfallen.

Ein Ersatzverkehr sei auch nicht angekündigt worden. Erst ein Anruf bei der Hotline der KVG habe zu der Rückmeldung geführt, dass die Linie komplett eingestellt worden sei. Weder auf der App noch auf der Homepage werde darüber informiert.

Das sei nicht nur für sie persönlich und ihre Tochter ärgerlich gewesen. Wolfsanger sei ein Stadtteil mit vielen Senioreneinrichtungen. „Überall waren Senioren an den Haltestellen, teilweise mit Rollatoren und Einkäufen, die nicht wussten, wie sie nach Hause kommen sollen,“ sagt die verärgerte KVG-Kundin. Die ist bis zur Weserspitze gelaufen und dort in eine Bahn eingestiegen. In der Innenstadt habe sie sich im Kundenzentrum der KVG beschweren wollen, sei da aber lediglich mit dem Hinweis, dass Bahnen auch mal ausfallen können, abgebügelt worden. Erst ein Anruf in der Leitstelle habe ihre Beschwerde bestätigt. Kein Wort der Entschuldigung habe es gegeben.

Auf Anfrage der HNA hat sich die KVG zunächst gar nicht und dann nur äußerst knapp zu den Ausfällen geäußert. Aktuell sei im Fahrdienst des Verkehrsunternehmens die Corona-Krankenquote etwa dreimal so hoch wie in den Sonmern zuvor. Deshalb müssten leider Fahrten ausfallen. Man arbeite aktuell an einer Anpassung des Fahrplans.

Unterdessen ist nach HNA-Informationen die documenta-Linie d15 schon komplett eingestellt worden. Zunächst hieß es noch, es würden nur einzelne Fahrten ausfallen.

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