190.000 Strafzettel vom Ordnungsamt

Stadt Kassel verteilte im Jahr 2013 so viele Knöllchen wie nie

Kassel. Die Stadt Kassel hat 2013 so viele Strafzettel an Parksünder verteilt wie noch nie. Fast 190.000 Ordnungswidrigkeiten beim Parken und Halten wurden im Vorjahr geahndet. Statistisch gesehen gab es für jeden Kasseler vom Baby bis zum Greis ein Knöllchen.

Wieviel Geld mit den Strafzetteln im Jahr 2013 eingenommen wurde, dazu gibt es im Rathaus keine Auskunft. Man veröffentliche nur das, was nach dem Abzug der Personalkosten unterm Strich bleibe, erklärt Stadt-Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. Das Ergebnis für 2013 stehe noch nicht fest.

2012 hatten die städtischen Hilfspolizisten 186.000 Strafzettel verteilt, unterm Strich blieb laut Stadt ein Defizit von rund 385.000 Euro. In der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes sind 21 Vollzeit- sowie 14 Teilzeitkräfte in der Überwachung des „ruhenden Verkehrs“ tätig. Diese Personalkosten plus die Kosten für die Bearbeitung der Knöllchen in der Verwaltung zieht die Stadt von den Parkverstoß-Einnahmen ab. Diese Einnahmen dürften erheblich sein.

Die HNA hat bei vier ähnlich großen Städten Vergleichszahlen eingeholt. So stellte Erfurt im Vorjahr 60.000 Strafzettel aus, in Hagen waren es 72.000 Verwarnungen, Rostock schrieb 92.000 Knöllchen, Mainz verteilte 195.000 Tickets. In der Stadt Mainz, die ähnlich viele Tickets wie Kassel ausgestellt hat, kamen 2013 rund 2,72 Millionen Euro in die Kasse. Zum Vergleich: Erfurt beschäftigt zwölf, Hagen 15, Rostock 21 und Mainz 42 Angestellte, die das Parken überwachen.

Das bedeutet, dass die insgesamt 35 Ordnungsbeamten in Kassel pro Kopf die meisten Strafzettel verteilt haben. Bei 35 Ordnungshütern ergibt sich eine Zahl von etwa 5400 Knöllchen je Ticketschreiber. In Hagen, Rostock und Mainz sind es weniger als 4800 Tickets pro Kopf. In Erfurt 5000.

Von Matthias Hoffmann

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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