Stadt und Land streiten, weil feste Installation für Auestadion gescheitert ist

Kassel: Das Duell zur Videowand

Keine feste Videowand fürs Auestadion: Stadt und Land werfen sich deshalb gegenseitig Versäumnisse vor. Foto:  Herzog/Charterflug Kassel/Knabe

Kassel. Der Schlagabtausch zwischen der Stadt und dem Land in Sachen Videowand fürs Auestadion ging am Donnerstag weiter. Grund: Die Bemühungen, anlässlich der Deutschen Leichtathletikmeisterschaften am 23. und 24. Juli eine feste Videowand im Auestadion zu installieren, sind gescheitert.

Stadt und Land geben sich nun gegenseitig die Schuld für das Aus des Projekts. Beide Seiten beteuern, dass sie eine Video-Matrix-Tafel gern gehabt und auch finanziert hätten. Versäumnisse des Verhandlungspartners hätten zu dem negativen Ergebnis geführt.

„Wenn wir heute alle erforderlichen Unterlagen von der Stadt bekommen, dann liegt der Bewilligungsbescheid nächste Woche vor.“ Prof. Heinz Zielinski

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Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) wiederholte gestern, dass er allerspätestens bis zum 25. Februar vom Land Hessen eine Zusage über die genaue Förderhöhe benötigt hätte. Im Ministerium für Sport sei bekannt gewesen, dass es bei der Stadt diese Frist gegeben habe, um das Ausschreibungsverfahren einhalten zu können. Das Land habe zudem gewusst, dass die Stadt mindestens einen Zuschuss von 180 000 Euro benötigt, damit das 400 000-Euro-Projekt realisiert werden kann. 55 000 Euro wollte der KSV Hessen Kassel beisteuern. „Eine E-Mail des Landes über die Höhe der Fördersumme hätte mir gereicht“, sagt Kaiser.

Der Bürgermeister weist Kritik zurück, dass die Stadt erst viel zu spät aktiv geworden ist. Erste Gespräche über eine feste Videowand hatte es im Juli 2010 zwischen Prof. Heinz Zielinski, Ministerialdirigent im Innen- und Sportministerium, und Hauptamtsleiter Hans-Jochem Weikert gegeben. Damals hatte Zielinski gesagt, das Land sei grundsätzlich bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Weikert kündigte damals an, dass die Stadt umgehend einen Antrag beim Land stellen werde.

Doch es passierte lange nichts. Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) schrieb am 21. Dezember 2010 einen Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), in dem er um Unterstützung bat. Am 15. Januar sprachen beide darüber beim Neujahrsempfang. Das Land signalisierte wieder die Bereitschaft, die Wand zu fördern.

Einen Förderantrag stellte die Stadt aber erst am 24. Januar 2011. Bei dem vorgelegten Kosten- und Finanzierungsplan habe ein Kostenvoranschlag gefehlt, sagt Zielinski. „Jeder Verein, der nur 5000 Euro für eine Maßnahme von uns haben möchte, muss einen Kostenvoranschlag vorlegen. Das brauchen wir für eine seriöse Schätzung.“ Man habe der Stadt das am 25. Februar und am 9. März schriftlich mitgeteilt. Zudem fehle bis heute eine Bestätigung des städtischen Anteils.

Bürgermeister Kaiser sieht das anders. „Es geht nicht um einen formalen Antrag.“ Das Projekt sei jetzt nur gescheitert, weil eine „politische Aussage“ des Landes gefehlt habe.

Zielinski sagt: „Wenn wir heute alle erforderlichen Unterlagen von der Stadt bekommen, dann liegt der Bewilligungsbescheid nächste Woche vor.“ Und das Land wisse, dass die Stadt mindestens 180 000 Euro benötige.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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