Einwohnerzahl steigt seit Jahren an - 2011 wurden 194 109 Menschen gezählt

Kassel wächst weiter

Kassel. Die Zahlen sprechen für sich: Kassel wächst. Im vergangenen Jahr stieg die Einwohnerzahl nach Angaben der städtischen Statistikstelle von 193.112 auf 194.109. Das sind fast 1000 Menschen mehr. Damit setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen fünf Jahre fort.

Kassel zieht offenbar an. „Es gibt drei maßgebliche Gründe für die positive Entwicklung“, sagt Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. „Die Sogwirkung der Universität, die gute wirtschaftliche Entwicklung und der Trend zurück in die Stadt.“ Der wirtschaftliche Aufschwung schaffe Arbeitsplätze, die junge Familien anzögen. Dies zeige sich auch an den steigenden Geburtenzahlen. Kamen 2005 noch 1692 Kinder in Kassel zur Welt, waren es 2010 mit 1774 fast 100 mehr. Diese Zahlen hat das statistische Landesamt in Wiesbaden erhoben.

Zwar gleichen die Geburten die Sterbefälle nicht aus, doch ist die Differenz zuletzt deutlich geschrumpft. Im Jahr 2005 wurden 2054 Sterbefälle registriert. Das sind 362 mehr als Geburten in diesem Jahr. 2010 sank diese Zahl auf 281. Zum Vergleich: 1980 überstieg die Zahl der Todesfälle die Geburten noch um 1156.

Bei den Zu- und Fortzügen ist die Bilanz der vergangenen fünf Jahre ebenfalls positiv. Es zogen deutlich mehr Menschen nach Kassel als fort. 2007 waren es 482 mehr, 2010 verdoppelte sich die Zahl auf 982. Die meisten Einwohner nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Kassel im Jahr 1970. Damals lebten 214.785 Menschen in der Stadt. Im Jahr 2006 sank die Einwohnerzahl erstmals unter 194.000.

Langfristig rechnen die Statistiker im Kasseler Rathaus mit einem Bevölkerungsrückgang. Nach ihrer Prognose könnte die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 um über 6000 sinken. Nach den Erkenntnissen der Statistiker werden davon aber nicht alle 23 Kasseler Stadtteile gleich betroffen sein. Zu den Gewinnern gehört demnach Philippinenhof/Warteberg. Die Nordstadt zählt zu den Verlierern. Dort sehen die Statistiker eine hohe Fluktuation.

Landkreise schrumpfen

In den nordhessischen Landkreisen sieht es schon jetzt nicht so rosig aus. Im Kreis Kassel ist die Einwohnerzahl von 238.613 (2009) auf 237.608 (2010) gesunken. Im Schwalm-Eder-Kreis ist die Zahl ebenfalls rückläufig: Sie fiel von 184.526 (2009) auf 183.243 (2010). Schlusslicht ist der Werra-Meißner-Kreis, dessen Bevölkerung seit Jahren schrumpft. Hier sank die Zahl der Einwohner von 105.182 (2009) auf 104.247 (2010).

Von Ellen Schwaab

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