Statistik zu Bevölkerungsbewegungen: Viele Zugezogene bleiben nach dem Studium

Kassel wächst wieder

Kassel. Allen Unkenrufen zum Trotz: Kassel wächst, wird jünger, internationaler, reger – das legt der jetzt erschienene Bericht der Stadt Kassel über die Bevölkerungsstatistik im Jahr 2009 nahe. 192 241 Bewohner hatten ihren Hauptwohnsitz am Jahresende in der Fuldastadt – das sind 282 mehr als Ende 2008.

Zwar liegt die Zahl der Sterbefälle noch über der der Geburten, aber der Abstand verringert sich. Im Jahr 2009 starben in Kassel 2131 Menschen, 136 mehr als ein Jahr zuvor. Dafür erblickten 1683 neue Kasseler das Licht der Welt, ein Plus von 149 gegenüber 2008. Doch nicht nur die Geburtenzahl steigt, auch die Zahl der Zuzüge nimmt zu. Stellt man den 11 883 Wegzügen die 12 630 Zuzüge gegenüber, bleibt ein Plus von 747 neuen Bewohnern.

Kurze Wege sind attraktiv

Den Grund für den Bevölkerungszuwachs sieht Oberbürgermeister Bertram Hilgen in der Attraktivität der Stadt und des städtischen Raums, der die angrenzenden Gemeinden miteinschließt. „Die Menschen gehen dorthin, wo sie Arbeit und eine gute Infrastruktur finden“, sagt Hilgen. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage sei die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren in Kassel von 20 auf elf Prozent gesunken. Kurze Wege zu Apotheken und Lebensmittelgeschäften lockten in die Stadt.

Die Zahlen scheinen dies zu belegen. Aus dem Landkreis und dem übrigen Nordhessen zogen 2709 Menschen ins Stadtgebiet, 1935 verlegten ihren Wohnsitz in die Region. Ein Jahr zuvor, 2008, kamen 2643 Menschen aus dem gleichen Gebiet nach Kassel, 1833 zogen in den Speckgürtel.

Und Kassel wird jünger: Unter den 18- bis 24-Jährigen verzeichnet die Statistik 2009 knapp 1450 mehr Zuzüge als Wegzüge, für 2008 sogar 1825. In den Altersgruppen darüber verlassen weniger Menschen die Stadt.

Das zeige, dass ein Teil der zugezogenen jungen Menschen nach dem Abschluss ihres Studiums oder ihrer Ausbildung in Kassel bleibe, sagt der Oberbürgermeister. Kassel sei „kein Durchlauferhitzer für Bildung“. Viele der Studierenden kämen aus der Region und hätten ihre Netzwerke hier.

Und Kassel wird internationaler: Zum einen zieht es immer mehr Kasseler ins Ausland. 2007 waren es 330, 2008 823 und 2009 1197 Menschen, die Kassel gen Polen, die USA und Rumänien verlassen haben.

Aber es kommen auch mehr Menschen aus anderen Ländern zu uns. 1613 Zuzügler zeigt die Statistik für 2008. 2009 sind es 1898, ein Zuwachs von 285 Personen, die an der Fulda ihre neue Heimat fanden. Auf Platz eins der Zuwanderer stehen Bulgaren, gefolgt von Polen und Türken.

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Von Jan Baetz

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