1110 Kinder träumten davon, wie ihre Stadt aussehen könnte – Einige Vorschläge werden verwirklicht

Ein Zoo in Kassel wäre schön

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Schüler erträumen sich ihre Stadt: Den Erstklässlern Giovanna (von links), Lina und Mohammed von der Fasanenhofschule gefiel bei der Ausstellung in der documenta-Halle besonders das Herkules-Konzept der Waldorf-Förderschule Lauterbach. Archivfoto: Schaffner

Kassel. „Kinder sind unsere Zukunft“ steht auf einem der Plakate, die bei der Schülerkonferenz zum 1100. Stadtjubiläum im vergangenen Jahr entstanden sind. Und weil das auch die Verantwortlichen im Rathaus wissen, waren die Beteiligten noch einmal eingeladen, um im Bürgersaal des Rathauses gemeinsam zu sehen, was aus den vielen angestoßenen Ideen und Wünschen geworden ist. „Träum Deine Stadt“ hieß das Projekt, an dem sich 40 Kasseler Schulen und 1110 Kinder und Jugendliche beteiligt hatten.

Sie träumen von einer grünen, sicheren und sauberen Stadt, von einem besseren sozialen Miteinander und einer besseren Ausstattung ihrer Schule. Unter den im Herbst in der documenta-Halle ausgestellten Vorschlägen fanden sich Pläne für einen Bürgerpark, eine Seilbahn zum Herkules oder einen Zoo. „In der Nordstadt gibt es zu wenig Grün, aber da wohnen doch auch Kinder“, regt zum Beispiel die zehnjährige Hanna von der Friedrich-Wöhler-Schule an. Die Schüler wollen mitreden und ernst genommen werden.

„Wunderbare Vorschläge“

Das ist ihnen sicher. So beteiligten sich an der gemeinsamen Nachlese auch Magistratsmitglieder und Amtsleiter. Oberbürgermeister Bertram Hilgen lobte die „vielen wunderbaren Vorschläge“, die in einigen Fällen auch in die Tat umgesetzt werden sollen. Ein Beispiel: Die Schüler der Walter-Hecker-Schule wünschen sich mehr Barrierefreiheit. Woraufhin das Hochbauamt einen Kontakt zur Universität Kassel herstellte. Die Ergebnisse des Studentenprojektes sollten dann in eine Planung einfließen, erläuterte Hochbauamtsleiter Axel Jäger.

Noch ein Beispiel: Der Wunsch, Altes und Neues in der Stadt zu verbinden, wurde auch an der Elisabeth-Knipping-Schule laut. Konkret wünschen Sie sich, ein aus den 1920er-Jahren stammendes Steinrelief des Bildhauers Alfred Vocke im Schulfoyer zu sichern, zu reinigen und besser zur Geltung zu bringen. Die Unterstützung des Kulturamtes ist ihnen dabei sicher.

Auch der Wunsch der ersten Klasse der Fasanenhofschule, die sich nach sicheren, bunteren und abwechslungsreichen Schulwegen sehnt, soll erfüllt werden. Gleich acht städtische Ämter seien damit beschäftigt, Ideen umzusetzen. Angefangen bei einer Initiative für einen „Laufenden Schulbus“ (ein gemeinsam organisierter Schulweg) über einen Gestaltungswettbewerb für bunte Papierkörbe bis hin zu Vorschlägen für Bewegungsmöglichkeiten zählte Projektpatin und Schulverwaltungsamtsleiterin Gabriele Steinbach die Anregungen auf.

„Prägende Erlebnisse“

Auch der Vorschlag für bunte Radwege der Georg-Büchner-Schule werde die Verwaltung weiter beschäftigen. Zudem seien Kinder und Jugendliche eingeladen worden, sich beispielsweise an der Entwicklung des Kasseler Ostens oder einem Verkehrskonzept zu beteiligen. „Das sind Erlebnisse für die Schüler, die prägen“, zeigte sich Heike Hilbig, Lehrerin an der Friedrich-List-Schule, begeistert von dem Projekt.

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