Familie nimmt Preis der Regionalauswahl entgegen

Walter Lübcke postum mit Herkules-Ehrenpreis ausgezeichnet

Ehrung für Walter Lübcke im Renthof: Regionalauswahl-Vorsitzender Hartmut Schäfer (von links) mit Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber, Irmgard Braun-Lübcke, Christoph Lübcke und Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, der auch stellvertretender Vorsitzender der Regionalauswahl ist. 
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Ehrung für Walter Lübcke im Renthof: Regionalauswahl-Vorsitzender Hartmut Schäfer (von links) mit Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber, Irmgard Braun-Lübcke, Christoph Lübcke und Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, der auch stellvertretender Vorsitzender der Regionalauswahl ist. 

Die Nordhessische Regionalauswahl hat ihren ehemaligen Botschafter Dr. Walter Lübcke posthum mit dem Herkules-Ehrenpreis ausgezeichnet.

Als Fußballer hat Walter Lübcke nie für die Nordhessische Regionalauswahl gespielt. Trotzdem war der Kasseler Regierungspräsident ein wichtiger Teil des Teams aus ehemaligen Fußballern, Politikern und Unternehmern. Nun hat die Regionalauswahl ihren ehemaligen Botschafter posthum mit dem Herkules-Ehrenpreis ausgezeichnet.

Den bekamen in der Vergangenheit Sportgrößen wie der Funktionär Rolf Hocke und der Journalist Holger Obermann, die sich um den Fußball verdient gemacht haben. Mit dem am 1. Juni vorigen Jahres erschossenen Lübcke wählte die Regionalauswahl bewusst eine Persönlichkeit, deren Wirken über den Sport hinausgeht. 

„In unserem Verein hat niemand Platz, der die Werte von Walter nicht vertritt“, sagte Vorsitzender Hartmut Schäfer bei der Übergabe der Herkules-Statue an Lübckes Frau Irmgard Braun-Lübcke und Sohn Christoph.

Ehefrau von Walter Lübcke: „Er ist gestorben, weil er etwas gesagt hat"

Walter Lübcke, ehemaliger Regierungspräsident.

Braun-Lübcke, die mit ihren Kindern im Dezember bereits die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen entgegengenommen hatte, erinnerte daran, dass ihr Mann immer wieder gesagt habe, wie gut es sei, dass wir in Freiheit leben können und alles sagen können: „Er ist gestorben, weil er etwas gesagt hat.“

Sohn Christoph erklärte: „Mein Vater hätte nicht gewollt, dass wir an der Trauer zerbrechen. Das wollen wir denen nicht gönnen, die uns das angetan haben.“ So wurde an diesem Abend trotz aller leisen Momente auch gelacht im Renthof. Vorsitzender Schäfer sagte, dass „die dritte Halbzeit eine der Stärken“ von Lübcke gewesen sei.

Regierungspräsident Herrmann-Josef Klüber würdigte seinen verstorbenen Vorgänger

Sein Nachfolger als Regierungspräsident, Hermann-Josef Klüber, würdigte den CDU-Politiker als „einen der idealsten Vorgesetzten“ und „Urtypen des Nordhessen“. Er habe mit seinem Körpergewicht kokettiert und immer wieder „mehr Gewicht für Nordhessen“ gefordert.

Der Name Lübcke wird auch künftig bei Preisverleihungen fallen: Das Land hat den „Walter-Lübcke-Demokratie-Preis“ ausgelobt. Und die Regionalauswahl will ihren 2014 erstmals vergebenen Walter-Lübcke-Pokal nun jährlich ausspielen.

Der tatverdächtige Stephan Ernst wurde vergangene Woche erneut vernommen und sorgte mit seiner Aussage für Wirbel: Er beschuldigt seinen Komplizen Markus H. Walter Lübcke versehentlich erschossen zu haben.

Kurz nach der erneuten Aussage von Stephan Ernst, wurde ein weiterer Komplize, Elmar J., aus der Untersuchungshaft entlassen.

Die Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen bei Kassel soll nun wahrscheinlich in Walter-Lübcke-Schule umbenannt werden.

Video: Mordfall Lübcke: BGH hebt einen Haftbefehl auf

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