„Da hilft auch kein Lametta“

„Trauerweide“ – Kasseler Weihnachtsbaum wird gemobbt: Heftige Kritik in den sozialen Netzwerken

Individueller Weihnachtsbaum: Die Rotfichte auf dem Königsplatz in Kassel kommt nicht überall gut an.
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Individueller Weihnachtsbaum: Die Rotfichte auf dem Königsplatz in Kassel kommt nicht überall gut an.

Der Weihnachtsbaum auf dem Königsplatz in Kassel sorgt für Diskussionen - vor allen in den sozialen Netzwerken. Dort gibt es teils heftige Kritik.

Kassel - Schon der erste Kommentar einer Besucherin in Kassel kurz nach Ankunft des Weihnachtsbaumes auf dem Königsplatz am Samstagmittag verspricht nichts Gutes: „Der ist doch kaputt“, raunt die Frau in die Menge.

Die Bewertung in den sozialen Netzwerken für das neue Kasseler – nun ja – Schmuckstück fällt nicht besser aus. „Ein hässlicher Baum“, heißt es da zum Beispiel. Oder: „Hat der beim Transport auf der Straße geschliffen, oder wo ist die Hälfte hin?“ Oder: „Der Spender war bestimmt froh, dass er die Krücke nicht auf eigene Kosten fällen musste.“ Oder: „Da hilft auch kein Lametta.“

Kritik am Weihnachtsbaum Kassel - Ist selbst der Frankfurter Baum schöner?

Von „Trauerweide“, „krummer Gurke“ und „Pandemie-Baum“ ist die Rede. Und davon, dass womöglich – oje, oje – sogar Frankfurt diesmal einen schöneren Weihnachtsbaum habe. Das ist die maximale Beleidigung für einen Kasseler Weihnachtsbaum. Heftiger kann die Kritik nicht ausfallen.

Keine Frage: Dieser Baum ist schon jetzt ein Mobbingopfer. Immer drauf auf die Rotfichte, wobei sich neutral feststellen lässt: Sie hat tatsächlich keine echte Spitze, ihr fehlen im unteren Bereich ein paar Äste, um wirklich rundherum grün zu sein. Und, wo wir schon bei grün sind: So richtig grün ist sie halt auch nicht mehr überall – als sei das Wasser plötzlich ausgegangen. Das alles ist aber natürlich kein Grund, diesen Baum gleich anzugehen, als sei er eine unfassbare Fehlbesetzung.

Es lässt sich eben auch so sehen: Dieses Gewächs ist mit all seinen Macken sehr individuell und außerdem ein Zeugnis der Nachhaltigkeit. Was wäre nur, hätten sie von Kassel Marketing die hübscheste und gesündeste Rotfichte aus Deutschland mitten aus dem Leben gefällt und nach Kassel gekarrt? Wäre auch nicht im Sinne der neuen Welt, und die Bewegung Fridays for Future müsste Extraschichten einlegen und womöglich donnerstags für einen anderen Baum demonstrieren.

Also: Leben wir alle, die wir auch so unsere Fehlerchen haben, mit dieser Rotfichte und schließen sie ab sofort in unser Herz. (Florian Hagemann)

Noch hat die Stadt bis zum 22. November Zeit, den Weihnachtsbaum herzurichten: Dann öffnet der große Weihnachtsmarkt in Kassel - diese Corona-Regeln gelten dann.

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