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Kassel: Weihnachtsmarkt soll trotz Energiekrise stattfinden - Eine Attraktion könnte fehlen

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Der Weihnachtsmarkt in Kassel soll am Montag, 21. November, eröffnet werden - trotz der Energiekrise. Über eine Attraktion muss noch entschieden werden.

Kassel - Oberbürgermeister Christian Geselle hat in einer Presseerklärung der Stadt ein „klares Bekenntnis“ zum Märchenweihnachtsmarkt in Kassel abgegeben. Die Herausforderung in diesem Jahr sei es, notwendige Einschränkungen mit Blick auf die Energiekrise zu treffen, ohne die Veranstaltung als Ganzes zu gefährden.

Mit allen Beteiligten und unter der Leitung von Kassel Marketing sei man gerade dabei, die Details zu klären. So werde unter anderem geprüft, wie bei der Beleuchtung Intensität und Betriebszeiten reduziert werden könnten. Dafür finde eine Abstimmung mit den City-Kaufleuten und dem Quartier Wilhelmsstraße statt, die für die Weihnachtsbeleuchtung in der Königsstraße beziehungsweise Wilhelmsstraße/Neue Fahrt verantwortlich sind.

Weihnachtsmarkt in Kassel: Energiesparen mit LED-Leuchten - Eisrutsche steht auf der Kippe

Konrad Ruppert, Vorsitzender des Schaustellerverbands, ist froh, dass der Weihnachtsmarkt auch 2022 stattfinden soll. Er hebt hervor, dass die Schausteller bereits vor Jahren viel Geld in die Anschaffung von LED-Beleuchtung gesteckt haben, um Energie zu sparen. Zudem verweist er auf eine Studie des Deutschen Schaustellerbunds, die besagt, dass die Menschen, die den Weihnachtsmarkt besuchen, weniger Energie verbrauchten, als wenn sie zu Hause blieben.

Der Kasseler Weihnachtsmarkt gilt als einer der stimmungsvollsten Deutschlands.
Der Kasseler Weihnachtsmarkt gilt als einer der stimmungsvollsten Deutschlands. Er soll auch 2022 stattfinden. © Andreas Fischer

Ob sein Sohn Sebastian in diesem Jahr die Eisrutsche auf der Treppenstraße wieder aufbauen darf, das stehe noch nicht fest, so Ruppert. Die Eisrutsche war auch gestern Nachmittag Thema bei einem Treffen des Schaustellerverbands und Kassel Marketing. „Wegen der Rutsche ist noch nichts entschieden“, so Ruppert. „Es wäre schade, wenn es nicht klappt.“ Schließlich sei der Stromverbrauch der Eisrutsche über die gesamte Zeit des Weihnachtsmarkts mit 7000 Kilowattstunden (kWh) relativ gering, so Ruppert. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr im Schnitt 4250 kWh.

Kasseler Märchenweihnachtsmarkt: Stromverbrauch pro Besucher im Schnitt geringer als wenn Gäste zu Hause bleiben würden

Auch wenn sich die Stadt und Kassel Marketing gegen die Eisrutsche entscheiden sollten, wird der Weihnachtsmarkt wohl eine neue Attraktion bekommen. Andrea Behrens von Kassel Marketing bestätigt, dass man kurz vor Vertragsabschluss mit der bekannten Artistenfamilie Traber stehe. Hochseilartist Fernando Traber will mit einem Schlitten als „Fliegender Weihnachtsmann“ über den Friedrichsplatz schweben.

Der Deutsche Schaustellerbund hat im September einen Brief an Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, geschrieben, in dem auf eine Studie hingewiesen wird, nach der der Strombedarf auf Weihnachtsmärkten, heruntergebrochen auf die Besucher, äußerst gering sei. Laut Schaustellerbund beträgt der Stromverbrauch pro Weihnachtsmarktgast 0,2 Kilowattstunden (kWh). In derselben Zeit verbrauche eine Person, die zu Hause bleibe, 0,9 kWh. (use)

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