Robot Koch: Seine Lieder laufen in Netflix-Serien

Techno-Musiker aus Los Angeles setzt Kassel ein Denkmal

Die Musik von Robot Koch läuft in Netflix-Serien. Weltweit feiern Kritiker den Techno des Nordhessen, der in Los Angeles lebt. Mit seinem neuen Album setzt er Kassel ein Denkmal.

  • Robot Koch setzt in seiner neuen Single seiner Heimatstadt Kassel ein musikalisches Denkmal.
  • Die Musik des Techno-Produzenten ist weltweit bekannt.
  • Die Songs kennt man unter anderem aus Netflix- oder ZDF-Serien.

Kassel - Voriges Jahr saß der Techno-Produzent Robot Koch bei seiner Mutter in Kassel am Klavier und ahnte noch nicht, dass seine Heimatstadt bald einmal für die ganze Welt stehen würde. Der Musiker lebt seit sieben Jahren in Los Angeles. In Nordhessen, wo er aufgewachsen ist, schrieb er nun ein Stück über „Heimat und unseren Planeten als kollektive Heimat“, wie er sagt. Was lag also näher, als das meditative Stück „Kassel“ zu nennen. Man könnte sagen, jeder Mensch hat sein Kassel.

Die gerade erschienene Single ist der dritte Vorbote aus dem neuen Album „The Next Billion Years“, das Ende Mai erscheinen soll und ein neues Kapitel in der erfolgreichen Karriere des 42-Jährigen markiert. Bekannt geworden war Koch mit dem TripHop-Trio Jahcoozi, tanzbaren Songs für den Club und Produzentenarbeiten für Stars wie Marteria und Casper.

Kassel weltbekannt: Robot Koch setzt Heimatstadt musikalisches Denkmal

Selbst wer seinen Namen noch nie gehört hat, kennt seine Songs. Sie laufen in internationalen Serien wie „How to Get Away with Murder“ und „The Blacklist“ sowie in der ZDF-Reihe „Schuld“ nach Ferdinand von Schirach.

Nun hat Koch ein Konzeptalbum aufgenommen, das nicht nur Kassel ein musikalisches Denkmal setzt, sondern vor allem dem Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau. In einem Trödelladen in Los Angeles entdeckte Koch ein Tape mit einer Rede des französischen Umweltschützers aus dem Jahr 1973, die heute aktueller ist denn je.

Robot Koch war fasziniert davon, wie Cousteau schon vor fast 50 Jahren über den Klimawandel, die Überbevölkerung und die Ausbeutung der Natur redete. Die zwölf Tracks von „The Next Billion Years“ sind nun „eine Utopie oder Dystopie“ geworden – „je nachdem, wie es ausgeht“, wie Koch sagt: „Wir müssen ein globales Bewusstsein entwickeln. Nur so haben wir eine Zukunft.“

Kassel weltbekannt: Robot Koch mit atmosphärischem Großraum-Techno

Auch er hat sein Leben verändert. Früher pendelte er an einem Wochenende schon mal zwischen Berlin, Spanien und London, um überall auftreten zu können. „Heute verurteile ich dieses Jet-Set-Leben“, sagt Koch, der eigentlich Robert Koch heißt – wie der Mediziner, der wegen des nach ihm benannten Instituts gerade in aller Munde ist.

Seinen atmosphärischen Großraum-Techno hat Robot Koch* mit dem Orchester des estnischen Dirigenten Kristjan Järvi eingespielt. Eigentlich wollte er seine neuen Songs im Sommer in der Hamburger Elbphilharmonie und in Berlin spielen.

Hier, in der Hamburger Elbphilharmonie, wollte Techno-Musiker Robot Koch sein neues Album eigentlich präsentieren - Corona verhindert das.

Auch eine interaktive Klanginstallation sollte es geben. Aus all dem wird wegen Corona vorerst nichts. Dafür sind die Abrufzahlen bei Spotify gestiegen, wo Koch fast 400.000 monatliche Hörer hat. Sein größter Hit „Here With Me“ wurde sogar mehr als 42 Millionen Mal abgespielt. Trotz fehlender Auftrittsmöglichkeiten sagt Koch darum: „Es ist gerade keine schlechte Zeit für Musik.“

Kassel weltbekannt: Techno-Musiker Robot Koch im Corona-Wahnsinn

Einmal im Jahr besucht er seine Mutter in Kassel. „Ich habe große Freude am Homecoming“, sagt der ehemalige Schüler des Engelsburg-Gymnasiums, der als Kind in Altenritte gelebt und an der Baunataler Musikschule Schlagzeug gelernt hat. Vielleicht kehrt er irgendwann ganz nach Deutschland zurück.

Zuletzt wunderte Robot Koch* sich mit seiner Freundin, dass die Amerikaner anders als die Deutschen wegen Corona nicht nur Klopapier hamstern, sondern auch wie verrückt Waffen kaufen. Das Paar fragte sich: „Sind wir noch richtig hier?“ Sie hätten sich auch fragen können: Ist die Welt noch zu retten? Oder geht der Planet und damit auch Kassel unter?

The Next Billion Years“ erscheint am 29. Mai bei Modern Recordings. Die Single „Kassel“ gibt es bereits.

Von Matthias Lohr

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Rubriklistenbild: © Siiri Kumari/nh

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