Quote im Bezirk Kassel jetzt bei 6,4 Prozent

Kassel: Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt im September trotz Corona

ARCHIV - 29.02.2016, Brandenburg, Potsdam: Das Logo der Agentur für Arbeit. Die Arbeitsinitiative Letschin wird als vierter Sozialbetrieb bei der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen öffentlich gefördert. (zu „Vierter Sozialbetrieb macht Langzeiterwerbslose für Arbeitsmarkt fit“ vom 19.03.2018) Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die Agentur für Arbeit hat die monatlichen Arbeitslosenzahlen für die Region bekannt gegeben.

Auf dem regionalen Arbeitsmarkt haben die saisonüblichen Belebungseffekte zum Herbstbeginn für etwas Entlastung gesorgt. Doch die Corona-Sorgen bleiben.

Kassel – Mit dem Herbstbeginn ist die monatliche Arbeitslosenquote im Raum Kassel leicht gesunken – um 0,3 Punkte auf 6,4 Prozent im September. Das liegt nach Angaben der Arbeitsagentur Kassel an saisonüblichen Effekten: Mit Ablauf der Sommerferien stellen Firmen erfahrungsgemäß mehr Personal ein und viele junge Menschen haben gerade eine Ausbildung begonnen.

Im Agenturbezirk Kassel, zu dem Stadt und Landkreis Kassel sowie der Werra-Meißner-Kreis gehören, sind aktuell 18 415 Arbeitslose registriert. Das sind 837 Jobsuchende weniger als im August, jedoch 4131 mehr als vor einem Jahr.

Agenturleiter Detlef Hesse sieht Anzeichen für eine leichte Erholung nach schwierigen Monaten: „Der Herbstaufschwung fällt etwas deutlicher aus als vor einem Jahr.“ So habe die Zeitarbeitsbranche, die als Konjunkturbarometer gilt, mehr offene Stellen gemeldet als vor Jahresfrist. Auch vor allem im Gesundheitswesen und im Handel gebe es wieder vermehrt Bedarf an Mitarbeitern. Erfreulich sei auch, dass es im September verglichen mit dem Vorjahr weniger neu gemeldete Arbeitssuchende und mehr erfolgreiche Vermittlungen gegeben habe.

Trotz der saisonal bedingten Aufhellung seien nach wie vor zahlreiche Jobs durch die Corona-Auswirkungen bedroht, gibt Hesse zu bedenken. So ende mit dem Monatswechsel die vorübergehend ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für klamme Firmen – niemand könne derzeit absehen, wie sich das für den Arbeitsmarkt bemerkbar macht. „Wir hoffen, dass bei uns nur wenige Betriebe betreffen wird“, sagte Hesse.

Entlastend könne wirken, dass die Möglichkeit, Kurzarbeit anzumelden, bis Ende 2021 verlängert worden ist. Im September haben 39 Unternehmen im Agenturbezirk Kassel diese Möglichkeit für insgesamt 518 Beschäftigte genutzt. Seit April haben bei der Kasseler Agentur 5832 Betriebe einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt – für insgesamt 79 357 Mitarbeiter, was rund einem Drittel aller sozialpflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk entspricht.

Im Kasseler Stadtgebiet waren im September 9554 Menschen arbeitslos gemeldet – 454 Personen weniger als im August, aber 1935 mehr als vor einem Jahr.

Für den Landkreis Kassel weist die September-Statistik 5792 Arbeitslose aus. Das ist gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um 267 Menschen, aber ein Plus von 1439 Jobsuchenden verglichen mit dem September 2019.

Insgesamt fällt der Blick auf die Septemberzahlen nach Einschätzung von Agenturleiter Hesse durchwachsen aus: „Auch wenn die Arbeitslosenzahl wie üblich im Herbst sinkt, so bleibt doch der große Zuwachs an Leistungsempfängern gegenüber dem Vorjahr.“ Im Agenturbezirk sind aktuell 4951 Langzeitarbeitslose registriert, damit wuchs dieser Bestand binnen Jahresfrist um rund 26 Prozent.

Hesses Kurz-Fazit der aktuellen Arbeitsmarktlage: „Gottseidank keine weitere Verschlechterung und leicht positive Tendenzen.“

Der Arbeitsmarkt in Bund und Land

Deutschland: September 2020: 2,847 Millionen Arbeitslose, minus 108 000 gegenüber August 2020. Quoten: 6,2 Prozent gegenüber 6,4 % im August 2020 und gegenüber 4,9 Prozent im September 2019.

Hessen: September 2020: 200 733 Arbeitslose, minus 7734 gegenüber August 2020. Quoten: 5,8 Prozent gegenüber 6,0 % im August 2020 und gegenüber 4,3 Prozent im September 2019. (von Axel Schwarz)

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