Im Deutschlandvergleich weit vorn

Knapp 2000 Taten pro Jahr: In Kassel werden viele Ladendiebe ertappt

Kassel. Kassel zählt zu den Hochburgen der Ladendiebe: Mit 1932 Taten 2013 gehört Kassel gemessen an seiner Größe zu den Städten mit den meisten Straftaten dieser Art.

Mit etwa 1000 Ladendiebstählen pro 100.000 Einwohner liegt Kassel auf Platz sechs im deutschlandweiten Vergleich. Für 2014 liegt noch keine Polizeistatistik vor.

Die größte Hochburg der Ladendiebe ist Magdeburg mit 1233 Ladendieben pro 100.000 Einwohner. Auf den weiteren Plätzen folgen Regensburg, Saarbrücken, Leipzig und Dortmund. In Kassel ist die Aufklärungsquote der Taten mit 95,6 Prozent aber auch besonders hoch. Nach Auskunft des Polizeisprechers Torsten Werner ist allerdings eine hohe Dunkelziffer zu vermuten: „Gerade wenn geringwertige Gegenstände gestohlen werden, wird die Tat nicht sofort bemerkt. Oft werden Inhaber erst bei der Inventur aufmerksam.“ Wenn sich der Schaden in Grenzen halte, würden viele sicher keine Anzeige erstatten.

Die Zahl der Ladendiebstähle ist in Kassel von 1867 (2012) auf 1932 (2013) leicht gestiegen. 2011 waren aber sogar 2258 Fälle angezeigt worden. Der Schaden, der durch die Taten entstanden ist, lag zuletzt bei 100.000 Euro jährlich. Im Vergleich mit den wirtschaftlichen Folgen der Autodiebstähle in der Stadt, der bei einer Mio. Euro pro Jahr liegt, fällt dieser aber eher gering aus.

Ladendiebstahl ist ein Großstadtphänomen: Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Nordhessen werden zwei Drittel aller Diebstähle in Kassel registriert. Im Landkreis Kassel etwa gab es 2013 lediglich 273 Langfinger, von denen 253 gefasst wurden.

Aus der Polizeistatistik geht hervor, dass in Kassel zunehmend Ausländer Ladendiebstähle begehen. Waren 2009 noch 21 Prozent der Täter anderer Nationalität, stieg ihr Anteil bis 2013 auf 28,8 Prozent. Nach Polizeiangaben liegen aber keine Hinweise auf verstärkte Aktivitäten ausländischer Banden vor.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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