Anwohner fordern mehr Rücksicht

Wesertor: Ärger über Radfahrer und Notdurft

Wesertor. Verkehrsprobleme, vor allem Gefahren für Kinder, Alte und Menschen mit Behinderung, diskutierten Anwohner des Wesertors vorrangig mit städtischen Vertretern während der jüngsten Bürgerversammlung.

Sie fand in der Neuen Brüderkirche statt. Frank Schmidt verlangte eine Ortsbegehung von Christof Nolda. Der Stadtbaurat müsse sich die „äußerst gefährlichen Verkehrsverhältnisse“ zum Beispiel an der Kreuzung Weserspitze ansehen.

Einen markierten Überweg und eine Fußgängerampel verlangten verschiedene Sitzungsbesucher. Dies sei, so Nolda, aus technischen Gründen nicht möglich. „Wir wollen aber prüfen, ob es eine Lösung gibt“.

Ortsvorsteher Gerhard Franz betonte die Gefahren, appellierte aber an die Bürger, zur eigenen Sicherheit jedenfalls niemals bei Rot die Straße zu überqueren.

Rücksichtsloses Verhalten von Radfahrern auf den Bürgersteigen kritisierte Hans-Dieter Neurath. Sie missachteten die Regeln und gefährdeten Passanten. Neurath forderte Bußgelder für Radfahrer.

Dies sei schwierig, kam es von Nolda und Bürgermeister Jürgen Kaiser. Solche Regelverstöße seien keine Kavaliersdelikte. Man werde demnächst Kontrollen machen.

Nolda, selbst oft mit dem Rad im Wesertor unterwegs, erklärte, es gebe immer Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern. „Radfahrer müssen sich einfügen“, stellte er klar, „auch mal absteigen, zu Fuß gehen, langsam fahren.“

Öffentlich uriniert

Christian von Klobuczynski kritisierte, dass immer mehr Männer in der Öffentlichkeit, etwa in Hauseingängen und Toreinfahrten, urinierten. Er forderte einen Toilettencontainer, was Nolda aus Kostengründen ablehnte.

Zuvor hatte Kerstin von Loga vom Stadtteilbüro Wesertor das Angebot erläutert: Beratung für Alt und Jung, Freizeit und Soziales, Jugendgruppen, Textilwerkstatt und Gesegnete Mahlzeit. Der Saal könne für Feiern genutzt werden.

Die Frage eines Anwohners nach dem Trinkraum nahm Bürgermeister Kaiser zum Anlass, den Standort Hansa-Haus zu verteidigen. Beifall erhielt Ortsvorsteher Franz für seine Antwort, man bedauere die Alkoholkranken, der Standort bringe jedoch einen großen Verlust an Lebensqualität für die Bürger im Wesertor. „Und das kann nicht sein.“

Von Sabine Oschmann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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