Gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen

Kassel: Mit wilden Tieren soll im Zirkus Schluss sein

Kassel. Aller Voraussicht nach haben Elefant, Bär und Co. in der Manege bald nichts mehr verloren. Zumindest dann nicht, wenn ein Zirkus in Kassel seine Zelte aufschlagen will.

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Die Stadt soll Zirkusbetrieben, die Affen, Elefanten, Nashörner, Großbären, Flusspferde und Giraffen halten, keinen Platz mehr bieten. Das fordert ein gemeinsamer Antrag von SPD und Bündnisgrünen in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Mit dem Wildtierverbot will Rot-Grün auf den mangelnden Schutz der Tiere und auf das Risiko für den Menschen durch die als „besonders gefährlich“ eingestuften Arten reagieren. Gelten soll das Verbot für Auftritte und Schauen. Auf die sechs Tierarten begrenzt werden soll es, um juristisch nicht anfechtbar zu sein, erklärt Christine Hesse, die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. So sei das von anderen Städten versuchte Verbot aller Wildtiere vor Gericht gescheitert.

Sind sich SPD und Grüne einig, ist der Beschluss angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse im Stadtparlament reine Formsache. Nach dem Antrag soll der Magistrat prüfen, wie Gastspiele mit wilden Tieren verhindert werden können. Kassel wäre die erste nordhessische Stadt, die solchen Zirkussen einen Platzverweis erteilt. Bundesweit gibt es bereits Städte, die Zirkus-Wildtiere verbieten, etwa München und Heidelberg. An diesen Städten und einem Beschluss des Bundesrats soll sich Kassel bei der Umsetzung des Verbots orientieren.

Über den Antrag wird erstmals öffentlich der Rechtsausschuss am 8. September beraten. Die Stadtverordnetenversammlung soll darüber am 14. September beschließen. Mehrfach hat es in Kassel bereits Kritik an Zirkussen mit Wildtieren gegeben. Im April löste der Circus Belly Proteste von Tierschützern aus, weil er unter anderem einen 39-jährigen Schimpansen präsentierte.

Rubriklistenbild: © dpa

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