Gerichtsurteil am Amtsgericht Kassel

Mann droht Vermieter mit dem Tod: „Ich bringe dich um“

Amtsgericht Kassel: Vermieter aus Wildungen mit dem Tode bedroht
+
Vor dem Amtsgericht Kassel wurde einem Flüchtling der Prozess gemacht. Symboldbild

Wegen Bedrohung, Sachbeschädigung und Diebstahl wurde einem 29-jährigen Syrer aus Bad Wildungen im Amtsgericht Kassel der Prozess gemacht. 

  • Flüchtling aus Bad Wildungen bedroht Vermieter mit dem Tod
  • Amtsgericht Kassel verurteilt Täter wegen mehrerer Verbrechen
  • Syrer in Heimatland gefoltert und angeschossen

Kassel/Bad Wildungen - Wegen Bedrohung, Sachbeschädigung und Diebstahls ist ein 29-jähriger Flüchtling aus Syrien vom Amtsgericht Kassel zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Der seit 2015 in Deutschland lebende Mann war in die Wohnung seines jüngeren Bruders in Bad Wildungen gezogen und hatte sich dort rund zwei Monate aufgehalten. Als der Vermieter daraufhin die Miete fast verdoppelte, bedrohte ihn der Angeklagte mit den Worten: „Ich bringe dich um!“

Zudem beging der Angeklagte weitere Straftaten: Die Gemeinde Edertal hatte dem Angeklagten eine Wohnung in Anraff zugewiesen und diese ihm nach einiger Zeit wieder gekündigt. Weil er noch private Sachen in der Wohnung hatte, hatte sich der Mann mit einem Brecheisen Zutritt verschafft und dabei einen ziemlichen Schaden angerichtet.

Im Dezember vergangenen Jahres schließlich hatte er in einer Drogerie in Bad Wildungen hochwertiges Parfum gestohlen. Auch diese Tat floss in die Strafe ein. 

Prozess in Kassel gegen Flüchtling aus Bad Wildungen: Nicht alle Straftaten bewiesen

Hingegen wurde der Flüchtling von Amtsrichter Dr. Helmes vom Amtsgericht Kassel vom Vorwurf des Betruges freigesprochen. Laut Anklage sollte sich der Syrer im Kasseler City Point gegenüber Landsleuten als Mitarbeiter einer Wohnungsgesellschaft aus Kassel ausgegeben und für die Besichtigung einer Mietwohnung 200 Euro kassiert haben.

Tatsächlich ließ sich dies nicht beweisen. Der Mann der in Bad Wildungen wohnte  und bereits gut Deutsch spricht, hatte wohl lediglich für Landsleute im Internet nach Wohnungen gesucht und dafür das Geld kassiert. Das, so Verteidiger Falk Werhahn, sei vielleicht nicht die feine Art, aber strafrechtlich nicht von Belang. 

Der Syrer war bereits 2019 vom Amtsgericht wegen Diebstahls mit Waffen zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Die erneute Bewährungsstrafe bezeichnete Richter Helmes daher als „letzte Chance“ für den Angeklagten, der bereits seit einigen Monaten in Untersuchungshaft saß. 

Prozess in Kassel gegen Flüchtling aus Bad Wildungen: In Syrien angeschossen 

Schenkt man seinen Worten Glauben, hat der zierliche, schlanke Mann ein schweres Schicksal hinter sich. Das Jura-Studium habe er abbrechen müssen und sei zur Polizei in Damaskus verpflichtet worden. Weil er sich weigerte, auf Menschen zu schießen, sei er selbst ins Visier der Polizeikollegen gekommen, die ihm einen Schuss ins Bein verpassten.

Zum Beweis krempelte der der Flüchtling das Hosenbein hoch und zeigte eine schwer verkrüppelte Wade mit riesigem Narbengeflecht. Ein Jahr lang habe er im syrischen Gefängnis in einer zwei Quadratmeter großen Zelle gesessen und sei immer wieder gefoltert worden, sagte er und zeigte schlimme Narben eines schlecht verheilten, gebrochenen Armes. 

Die Strafe des in Bad Wildungen lebenden Mannes wurde vom Amtsgericht Kassel zur Bewährung ausgesetzt. -tom- 

Prozess in Kassel gegen Flüchtling aus Bad Wildungen: Weitere Kriminalfälle aus der Region

Urkundenfälschung und Sozialbetrug wirft die Anklage einem libyschen Ehepaar vor, das sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht Kassel verantworten muss. Es soll Wohnungen an Flüchtlinge vermietet haben und Urkunden gefälscht haben. 

In dem Vergewaltigungs-Prozess zu dem Übergriff auf der Friedrich-Ebert-Straße inKassel hat sich ein weiteres mutmaßliches Opfer des angeklagten Flüchtlings bei der Polizei gemeldet. 

Ein blutiger Familienstreit in einer Flüchtlings-Familie ist Gegenstand eines Prozesses vor dem Amtsgericht Kassel. Es geht um eine 14-Jährige Syrerin, die mit ihrem Cousin verheiratet ist.

Weil er offenbar gezielt Steine auf Autos geworfen und einen Mann am Kopf verletzt hatte, wurde ein Mann aus Bad Wildungen vom Amtsgericht Fritzlar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.